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F. Schulte, H. Dittrich, K. Klein
Inhalt
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Das Thema Arzneitees
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Arzneitees sind Teezubereitungen aus einer oder mehreren Heilpflanzen in arzneilich wirksamer Dosierung. Es handelt sich hier rechtlich um Arzneimittel, die nach Arzneimittelgesetz ein Zulassungsverfahren durchlaufen müssen. Pharmazeutisch betrachtet ist ein Arzneitee ein wässriger Extrakt aus Pflanzenteilen, z.B. Kraut, Blätter, Wurzeln oder Blüten, wobei die Wirkstoffe in feinster Dosierung im Wasser gelöst sind.
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Geschichte
Geist und die weisen Gedanken. Er erfrischt Deinen Körper und beruhigt Dein Gemüt. Bist Du niedergeschlagen, wird Tee Dich ermutigen. (Kaiser Tsching-Nung, 2737-2697 v. Chr.) |
Der Tee soll in China schon um 2700 v. Chr. bekannt gewesen sein, er fand aber erst im 6. Jahrhundert n.Chr. allgemeine Verbreitung, damals schon in erster Linie als Arzneimittel. Über die Araber gelangte der Tee im Mittelalter nach Europa, wo er erstmals im 9. Jahrhundert erwähnt wurde.
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Zubereitungsformen
Trägersubstanz des Tees könnte ein Zucker sein. Eiweiße oder Zuckerpolymere als Trägerstoff verwenden! |
Es gibt vier Arten, Heilpflanzenkräuter als Tees zuzubereiten: den Aufguss, die Abkochung, den Kaltauszug und die Verwendung von Instanttees. Die Effizienz der einzelnen Zubereitungsmethoden hängt von dem zu verarbeitenden Pflanzenteil ab. |
Teeverarbeitung
Ernte Selektion Trocknung Grob- und Feinschnitt Lagerung |
Damit ein Tee von Menschen als Genuss- oder als Arzneimittel verwendet werden kann, sind verschiedene Bearbeitungsschritte notwendig.
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Anwendungen
![]() ![]() Tees bei Erkältungs- krankheiten ![]() Tees bei Verdauungs- störungen Tees bei Nervosität und Schlafstörungen Tees bei Herz- und Kreislaufbeschwerden Tees bei Harnweg- erkrankungen Sebastian Kneipp ...
... ist der 'Urvater' ![]() Arzneitees als Badewasserzusatz Mundspülungen gegen Schleimhaut- erkrankungen Mundspülungen wirken ... ... zusammenziehend, entzündungshemmend, sekretbildungsanregend Arzneitees für Mundspülungen |
Arzneitees werden meistens innerlich angewendet, sprich getrunken. Äußerliche Anwendung finden sie als Badezusatz oder für Mundspülungen. 5.1 Innere Anwendung 5.1.1 Erkältungskrankheiten
Bei Erkältungskrankheiten liegt der Vorteil des Tees schon im Wärmeeffekt des heißen Aufgusses. Zudem können beim Tee gleichzeitig ätherische Öle inhaliert werden. Tees gegen Erkältungskrankheiten wirken auf unterschiedlichste Weise. Man sollte bei der Zubereitung eines Tees aus nur einer Heilpflanzendroge darauf achten, welches Symptom durch diesen Tee besonders bekämpft wird.
5.1.2 Verdauungsstörungen
Bei vielen Magen-Darm-Erkrankungen ist die ausschließliche Verwendung von Arzneipflanzentees als Therapie vollkommen aus-reichend. Vor allem bei den akuten, nicht-infektiösen Magenkrankheiten wirken Arzneipflanzentees sehr gut. Verdauungsstörungen, die durch Geschwüre am Magen und Zwölffingerdarm aufgetreten sind, können ebenfalls durch Arzneipflanzentees, allen voran durch die Kamille mit ihrer entkrampfenden Wirkung, gelindert werden. Auch beim häufigsten Darmleiden, dem reizbaren Kolon, kann durch verschiedene Teemischungen, insbesondere solche mit Kamille, Fenchel oder Kümmel, Abhilfe geschaffen werden.
5.1.3 Nervosität/Schlafstörungen
Es gibt eine Reihe von Sedativa (Beruhigungsmittel), die aus pflanzlichen Mitteln gewonnen werden können. Ihre Intensität ist sehr unterschiedlich. Als Tees werden nur milde Heilpflanzendrogen verwendet, von denen die Baldrianwurzel die bekannteste Droge ist. Unter milden Heilpflanzendrogen ist übrigens nicht zu verstehen, dass es sich um mehr oder weniger wirkungslose Mittel handelt.
5.1.4 Herz- und Kreislaufbeschwerden
Herz- und Kreislauferkrankungen haben in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Anders als einige stark wirksame Heilpflanzendrogen (z.B. Digitalis oder Strophanthin) wirken Arzneitees eher mild und unterstützend. Tees aus Weißdom fördern vor allem koronare die Durchblutung, sie wirken dabei anhaltend, es gibt also keinen sog. "Gewöhnungseffekt". Weißdorntees können deshalb zur regelmäßigen Deckung des Flüssigkeitsbedarfes eingesetzt werden.
5.1.5 Harnwegerkrankungen
Vor allem die Tees aus Orthosiphon fördern die Flüssigkeitsausscheidung, zudem aber auch die Ausscheidung von stickstoffhaltigen Substanzen und Kochsalz. Dabei konnten noch keine Nebenwirkungen festgestellt werden. Bei Blasenkatarrhen ist ein Bärentraubentee bei vielen Ärzten immer noch eine häufig verordnete Therapieunterstützung.
5.2.1 Heilbäder
Verwendet man Arzneipflanzen(-tees) als Badezusätze, spricht man von sog. Kräuterbädern. Neben der kosmetischen Wirkung sind, wie mittlerweile eindeutig bewiesen ist, auch heilende Wirkungen festzustellen. Fichtennadelbäder beispielsweise bewirken einen Anstieg der Leukozyten im Blut. Pflanzliche Wirkstoffe müssen also beim Baden resorbiert werden.
5.2.2 Mundspülungen
Mundspülungen und Gurgelungen mit Arzneitees werden immer noch bei den verschiedensten Schleimhauterkrankungen des Mundes und im Rachenraum eingesetzt. Es hat sich gezeigt, dass bestimmte Gurgelmittel Wirkungen haben, an die z.B. Pastillen nicht herankommen.
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Bad Heilbrunner Teekuren
Bei Teekuren sollen ...
... die Tees beim Ziehen-
... gegen Appetitlosigkeit Anwendung, Dosierung, Zubereitung Dosierung, Zubereitung
... kann die Lungenfunktion dauerhaft schädigen! Dosierung, Zubereitung Dosierung, Zubereitung Dosierung, Zubereitung |
Durch die kurmäßig festgelegte, bilanzierte Flüssigkeitsaufnahme ausschließlich durch Tee (plus ggf. alkoholfreie Getränke) wird zweierlei erreicht: Erstens wird die für den Tag optimale Flüssigkeitsmenge aufgenommen, zweitens ist eine hohe Ausscheidungsrate von Stoffwechselabfällen und -giften gewährleistet. Teekuren können bis zu dreimal pro Jahr durchgeführt werden. 6.1 Teekuren zur Unterstützung der Magen-Darm-Funktion
Die Magen-Darm-Funktion kann entwickelt; durch entzündliche Veränderungen der Magen-Darm-Schleimhäute oder durch Störungen im Gallesystem eingeschränkt sein. Je nach Fall ist eine beruhigende oder eine anregende Wirkung auf die Sekretbildung im Magen-Darm-Trakt wünschenswert. Durch die Einnahme von Arzneitees können beide Effekte erzielt werden. Eine Diagnose des Beschwerdebildes muss der Arzt vornehmen. 6.1.1 Schleimhautreizungen und Gallefunktionsstörungen
Bei sog. chronisch atrophierenden Magenschleimhautreizungen verringert sich die Funktionsfähigkeit der Schleimhautzellen. Dabei nimmt auch die Salzsäure- und Verdauungssaftbildung ab. Typische Folgen sind Völlegefühl und Appetitlosigkeit. Die eingeschränkte Magen-Darm-Funktion kann durch die Einnahme von Bitterstoffen wieder verbessert werden.
Verdauungstee aus Angelika- und Enzianwurzel, Fenchel: 6.2 Teekur zur Unterstützung der Atemwegsorgane 6.1.2 Magenschleimhautentzündung oder Magen-/Darmgeschwüre
Durch Stress und den damit verbundenem erhöhten Reiz des vegetativen Nervensystems wird die Magensäureproduktion angeregt. Dies kann auf Dauer zu Magenschleimhautentzündungen und darüber hinaus sogar zur Ausbildung von Geschwüren führen. Zur unter-stützenden Therapie eignen sich Arzneitees, die beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt wirken.
Teemischung aus Kamille, Pfefferminze und Kümmel:
Die Behandlung von Bronchialerkrankungen ist eine klassische Domäne von Arzneitees. Schon durch das heiße Getränk und die Inhalation der Dämpfe wird eine Erleichterung geschaffen. Durch die Flüssigkeitsaufnahme wird die Sekretbildung unterstützt. Die Wirkstoffe in den Tees wirken zudem sekretlösend, auswurffördernd, hustenreizdämpfend, antibiotisch und auch entzündungshemmend. 6.2.1 Zur Unterstützung der Atemwegsorgane nach schweren Infektionen, bei Asthma und Raucherhusten
Krankhafte Veränderungen in den Atemwegen führen zur Funktionsverminderung und Schädigung der Bronchialschleimhaut. Neben Infektionen und allergischen Erkrankungen kann auch chronischer Zigarettenkonsum zu dauerhaften Schäden der Lungenfunktion und des Flimmerepithels führen (Raucherhusten). 6.2.1.1 Bei trockenem Husten
Hustenreizlindernde Teemischung aus Thymian, Anis und Lindenblüten: 6.2.1.2 Bei Reizhusten (Raucherhusten)
Reizlindernde Teemischung aus Eibisch-, Süßholz-, Primelwurzel und Anis: 6.3 Teekuren zur Stärkung der Nerven
Körper und Geist müssen zum Erhalt der Gesundheit im Einklang stehen. Nervliche Belastung und Stress führen zu Krankheiten und im Umkehrschluss führen schwere körperliche Erkrankungen zu seelischen Störungen und Angst. Neben der medikamentösen Therapie der organischen Beschwerden müssen unbedingt auch psychische Belastungen behoben werden. 6.3.1 Bei nervösen Unruhezuständen und Einschlafstörungen
Es gibt vielfältige Gründe für Unruhe oder Schlafstörungen. Ob organische Ursachen der Auslöser sind, muss durch die ärztliche Diagnose geklärt werden. Nervliche Probleme, häufig ausgelöst durch Stress, erhöhen die Aktivität des vegetativen Nervensystems. Dadurch werden vor allem der Kreislauf aber auch der Magen-Darm-Trakt belastet, was zu Störungen von Organfunktionen führen kann. Die Ausschüttung von Stresshormonen verzögert oder verhindert zudem das normale Einschlafen.
Entspannungstee aus Johanniskraut:
Des Weiteren sollte 3 mal täglich 1 Tasse Melissentee (pro Tasse 1,6 g Melisse verwenden, ca. 5 Minuten ziehen lassen) zu den Mahlzeiten getrunken werden.
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