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verschiedene Funktionen Empfohlene Zufuhr für Mineralstoffe
ALIMENTÄR PHYSIOLOGISCH
Ernergieaufnahme
Funktion
Resorption und Ausscheidung
Mangelsymptome Überdosierung Mineralstoffquellen Funktion Resorption und- Ausscheidung
Mangelsymptome
Überdosierung
Versorgungsstatus
Mineralstoffquellen Funktion
Versorgungsstatus Mangelsymptome Überdosierung Mineralstoffquellen Funktion
Versorgungsstatus
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Mineralstoffe
A. Danz, K. Klein
Mineralstoffe sind lebensnotwendige nichtorganische Verbindungen des menschlichen Organismus, die wichtige Aufgaben als Bau- und Reglerstoffe erfüllen (
Mineralstoffe haben im Organismus verschiedene Funktionen. Als Ladungsträger (Elektrolyte) sorgen die Mineralstoffe für die Regulation des Wasserhaushaltes, die Aufrechterhaltung konstanter Druckverhältnisse und für ein stabiles Säure-Base-Milieu im Blut und anderen Körperflüssigkeiten.
Weiterhin dienen die Mineralstoffe als Bausteine von Knochen und Zähnen, sie aktivieren zahlreiche Biokatalysatoren (Enzyme), sind Bestandteil einiger Enzyme und Hormone und sind an der Reizübertragung beteiligt.
Der Bedarf an Mineralstoffen ist stark von der biologischen Situation, Stress, Krankheiten und Wachstum des Einzelnen und dessen Umwelt abhängig. Daher werden von Gremien, wie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) "nur" Empfehlungen für die Mineralstoffzufuhr gegeben (
1. alimentär bedingte Ursachen:
... sind für den Gesunden, der sich abwechslungsreich und möglichst vollwertig ernährt, überflüssig
Konkret sieht eine abwechslungsreiche Kost so aus, dass täglich mindestens je ein Lebensmittel aus den sieben Lebensmittelgruppen des Ernährungskreises (siehe
Die Calciumaufnahme liegt mit 699 mg/Tag deutlich unter den Empfehlungen, während sich die Magnesiumzufuhr in etwa im empfohlenen Aufnahmebereich bewegt. Deutlich über den Zufuhrempfehlungen liegt die Kalium-, Natrium- und Chloridaufnahme. Die Phosphataufnahme bewegt sich dagegen ungefähr im empfohlenen Aufnahmenbereich (
Ein wichtiger Einflussfaktor im Hinblick auf den Versorgungsstatus ist die Energieaufnahme, da diese eng mit der Mineralstoffaufnahme korreliert.
Eine Phosphatzufuhr von 1200 mg/Tag wird im Mittel bei einer Energieaufnahme von 2000 kcal/Tag erzielt.
...für eine unzureichende Kalorienzufuhr sind:
- Senioren
- Leistungssportler/Schwerstarbeiter
- "schlankheitsbewusste" Frauen und Essgestörte
- Kranke
Der Anteil von Calcium am Gesamtkörpergewicht beträgt ca. 1,5 %. Über 99 % des körpereigenen Calciums befindet sich in Form von Calcium-Salzen im Skelett. Damit trägt es wesentlich zur Festigkeit des Knochens bei. Neben dieser Stützfunktion sind Calcium-Ionen (Ionen = geladene Teilchen) bedeutsam für die Stabilisierung der Zellmembranen, die Muskelkontraktion und die Übertragung von Nervenimpulsen. Weiterhin ist Calcium Bestandteil einiger Enzyme und an der Blutgerinnung beteiligt. Der Calcium-Serumspiegel wird durch die Steuerung verschiedener Hormone in engen Grenzen gehalten. Dies dient dazu, die vielfältigen Funktionen von Calcium im Stoffwechsel aufrechtzuerhalten. Im Calcium-Mangel wird die Calcium-Serumkonzentration zu Lasten des Knochen-Calciums stabil gehalten (siehe Mangelsymptome). Zur Funktion des Calcium siehe auch
Einzelne Faktoren oder Substanzen können auf die Resorption oder die Ausscheidung von Calcium Einfluss nehmen ( Die Resorption von Calcium fördern: Die Resorption von Calcium ist vermindert durch:
Ebenfalls kann durch Darmerkrankungen und Schädigungen des Darms durch Pilzbefall, Parasiten, bestimmte Medikamente oder Abführmittel eine verschlechterte Calcium-Resorption vorliegen. Die Ausscheidung von Calcium wird erhöht durch:
Symptome eines starken Calcium-Mangels können Nervosität oder Depression hervorrufen. Körperliche Anzeigen einer Calcium-Unterversorgung äußern sich in Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfen, vermehrten allergischen Reaktionen und dem Verlust an Knochenmasse. Eine Osteoporose kann als Folge des erhöhten Knochenmasseabbaus auftreten (Osteoporose = Eine Verminderung an Knochenmasse, die über das dem Alter entsprechende Maß hinausgeht und ohne adäquates Trauma zu Knochenbrüchen führen kann.).
Gesunde Personen mit normaler Nierenfunktion können vermutlich bis zu 2000 mg Calcium pro Tag zuführen, ohne ein erhöhtes Risiko einer Nierensteinbildung zu haben. Erfolgt jedoch mit einer hohen Calciumzufuhr gleichzeitig die Gabe von Vitamin D-Präparaten, steigt das Risiko einer vermehrten Calcium-Ablagerung in den Gefäßen und Funktionsstörungen von Nieren, Herz und Verdauungstrakt. Eine einseitig hohe Calcium-Zufuhr verschlechtert außerdem die Magnesium- und Eisen-Resorption. Calcium kommt vor in:
Magnesium ist nach Natrium, Kalium und Calcium das vierthäufigste Kation im menschlichen Körper. Es ist ein essentieller Bestandteil aller Gewebe und Körperflüssigkeiten, wo Magnesium eine Vielzahl von Enzymen, vor allem die des Energiestoffwechsels, aktiviert. Weiterhin ist Magnesium an Reaktionen des Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsels, bei der Übertragung der Erregung von den Nerven auf die Muskeln und bei der Muskelkontraktion beteiligt. Außerdem ist Magnesium für den Aufbau von Knochensubstanz und Sehnen unerlässlich.
Faktoren mit Einfluss auf den Versorgungsstatus (
Ein Magnesium-Mangel äußert sich in nervösen Störungen (Krämpfe, Zittern), Depression, Übelkeit, Gewichtsabnahme, Blutdruckerhöhung und Herzrhythmusstörungen. Diskutiert wird ebenfalls eine Verbindung zwischen Magnesium-Mangel und Hypertonie. Ein langfristiger Magnesium-Mangel tritt beim gesunden Menschen mit üblichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten normalerweise nicht auf. Magnesium-Mangelsymptome treten normalerweise nur als Begleiterscheinung von Krankheiten, als Nebenwirkung von Medikamenten oder bei hohem Alkoholkonsum auf.
Bedarfsüberschreitende Mengen an Magnesium können normalerweise im Knochen gespeichert werden. Anzeichen einer zu hohen Magnesium-Zufuhr durch Präparate sind: Erbrechen, nervöse Störungen und in schwerwiegenden Fällen Nierenfunktionsstörungen und verlangsamte Herztätigkeit. Magnesium ist enthalten in:
Kalium ist das häufigste Kation im Inneren der Zelle (Intrazellulärraum). Mit Natrium zusammen sorgt es für die Aufrechterhaltung gleichbleibender Druckverhältnisse (Gewebespannung). Damit hat es Einfluss auf die Wasserverteilung im Körper und ist für Funktion, Struktur und Massewachstum der Zellen wichtig. An der Reizleitung von Nerven und Muskeln sowie der Muskelkontraktion ist Kalium ebenfalls beteiligt. Weiterhin aktiviert Kalium zahlreiche Enzyme, vor allem im Kohlenhydratstoffwechsel.
Für Natrium und Kalium gibt die DGE einen geschätzten Mindestbedarf (Richtwert) an, da die tatsächliche Aufnahme der Bevölkerung weit über der Menge liegt, die sich aus Mindestbedarf plus Sicherheitszuschlag ergeben würde.
Faktoren mit Einfluss auf den Versorgungsstatus mit Kalium: (
Ein Kalium-Mangel verursacht vor allem neuromuskuläre Beschwerden wie Muskelschwäche und Störungen der Herztätigkeit. Ebenfalls kann Übelkeit und Appetitlosigkeit auftreten.
Die Symptome einer Überdosierung oder einer Störung der Kalium-Ausscheidung bei Nierenfunktionsstörungen sind Apathie, Muskelschwäche, Lähmungen. Weiterhin können noch Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Übelkeit und Durchfall auftreten. Kalium kommt vorwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Hier wären zu nennen:
Natrium ist das häufigste Kation in der extrazellulären Flüssigkeit (= Flüssigkeit, die die Zellen umspült). Gemeinsam mit Kalium sorgt es für die Aufrechterhaltung konstanter Druckverhältnisse im Körper. Weiterhin hat Natrium eine Schlüsselstellung im Wasserhaushalt, spielt eine Rolle im Säure-Base-Haushalt und ist Bestandteil von Verdauungssäften. Natrium ist an zahlreichen Stoffwechselreaktionen sowie an der Reizleitung von Nerven und Muskulatur beteiligt.
Faktoren mit Einfluss auf den Versorgungsstatus mit Natrium: (
Ein andauernder, ernährungsbedingter Natrium-Mangel kommt praktisch nicht vor, da vielen Speisen in großen Mengen Natrium-Chlorid (Kochsalz) zugesetzt ist. Ein akuter Mangel, der z.B. durch anhaltendes Erbrechen hervorgerufen werden kann, äußert sich in Apathie, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Muskelkrämpfen und Blutdruckabfall.
Aus vielen Untersuchungen ist bekannt, dass ein Zusammenhang zwischen Kochsalzaufnahme und Bluthochdruck besteht. So gibt es Personen, die erblich bedingt auf eine Veränderung der Natrium-Chlorid-Zufuhr mit einem Anstieg bzw. Abfall des Blutdrucks reagieren. Bei solchen Personen kann sich die Einschränkung der Kochsalzzufuhr positiv auf die Regulation des Blutdrucks auswirken. Bei Mineralwasser ist auf die Angabe von Natrium-Chlorid (nicht nur Natrium) zu achten!
Natrium ist in fast allen Lebensmitteln und in besonders hohen Mengen in tierischen Lebensmitteln vorhanden. Bei vielen verarbeiteten Lebensmitteln wird Kochsalz zugesetzt.
Phosphor hat in Verbindung mit Sauerstoff als organisches und anorganisches Phosphat zahlreiche Funktionen im Stoffwechsel. Über 85 % des Phosphors sind als anorganisches Phosphat im Knochengewebe enthalten. In Form von organischen Phosphatverbindungen ist es in fast jeder Zelle des Organismus vorhanden. Weiterhin sind energiereiche organische Phosphate die wichtigsten Energieüberträger und bestimmte Phosphatverbindungen fungieren als Puffer im Intrazellulärraum (=in der Zelle).
Faktoren mit Einfluss auf den Versorgungsstatus mit Phosphor: (
Ein alimentärer Phosphormangel ist aufgrund der hohen Phosphat-Zufuhr mit der Nahrung nicht bekannt. Zu Mangelerscheinungen kann es nur bei vollständiger, nicht-bedarfsgerechter, parenteraler Ernährung und krankheitsbedingt kommen. Ein Phosphor-Mangel äußert sich in allgemeiner körperlicher Schwäche.
Eine langandauernde, sehr hohe Phosphorzufuhr (> 4 g/Tag) bei gleichzeitig hoher Calcium-Aufnahme, kann zu einer Nephrocalcinose (= Ausfällung und Einlagerung von Calcium-Salzen in der Niere) führen. Eine hohe Phosphor-Zufuhr in Verbindung mit einer sehr niedrigen Calcium-Aufnahme (» 300 mg/Tag) kann zu Störungen des Calcium- und Knochenstoffwechsels führen.
Phosphor kommt praktisch in allen Lebensmitteln vor. Der überwiegende Anteil des Nahrungsphosphors wird mit tierischen Lebensmitteln zugeführt. Viele Konservierungsstoffe, die Lebensmittel zugesetzt werden, enthalten ebenfalls Phosphat.
Im Extrazellulärraum ist Chlorid das häufigste Anion. Innerhalb der Zelle liegen nur geringe Chloridmengen vor. Der Stoffwechsel von Chlorid ist eng mit den Natriumbewegungen in den und aus dem Organismus gekoppelt. Die Hauptaufgabe von Chlorid besteht, zusammen mit Natrium und Kalium, in der Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks (Gewebespannung) der Körperflüssigkeit sowie in der Regulation des Säure-Base-Haushaltes (Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen). Weiterhin ist es an der Salzsäureproduktion des Magens beteiligt.
Faktoren mit Einfluss auf den Versorgungsstatus mit Chlorid: (
Ein Chloridmangel äußert sich in einer Alkalose (= Basenüberschuss im Blut), die den regulären Ablauf vieler Stoffwechselprozesse stört.
Eine alimentär bedingte Überdosierung von Chlorid ist nicht bekannt. Bei krankheitsbedingter Zunahme der Chloridkonzentration im Plasma kommt es zu einer Acidose (= Säureüberschuss im Blut) mit Störungen des Stoffwechsels.
Chlorid wird als Kochsalz (Natriumchlorid) vielen Lebensmitteln zugesetzt; vor allem Wurst, Schinken, Würzen, Konserven, Fertiggerichten, Käse und Brot. Natürliche Chloridquellen sind Milch, Eier, Gemüse, Nüsse und Obst.
Die Literaturliste kann auf Wunsch beim Verfasser erfragt werden.
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