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A. Danz, K. Klein
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Das Thema Osteoporose
Osteoporose ist ein mit Frakturen einhergehender Verlust bzw. eine Verminderung von Knochenmasse, -struktur und -funktion. |
Mit der Zunahme der Lebenserwartung unserer Bevölkerung wird die sozialmedizinische und sozioökonomische Bedeutung altersbezogener Erkrankungen immer dringlicher. Zu diesen altersabhängigen Krankheiten zählt auch die Osteoporose, die mittlerweile die häufigste metabolisch bedingte Skeletterkrankung ist.
Insgesamt treten durch die mit den geschilderten Frakturen einhergehenden Komplikationen mehr Todesfälle auf als bei Brust- und Gebärmutterkrebs zusammen.
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Knochenumbau
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Der Knochen ist ein aktives Gewebe, das einem ständigen Wechsel von Auf- und Abbau unterliegt. In der Wachstumsphase überwiegt der Knochenanbau, so daß es zu einer Zunahme an Knochenmasse kommt. Im Rahmen der sich daran anschließenden Konsolidierungsphase kommt es dann, schätzungsweise im Alter zwischen 35 und 40 Jahren, zum Erreichen der maximalen Knochenmasse (Peak Bone Mass). Knochenmassenverlust ein. Der Knochenmasseabbau ist bei Frauen zumeist höher als bei Männern.
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Definition/Ausprägungsformen
Wechseljahre Alter Krankheiten und Medikamente |
Die Osteoporose ist durch eine Verminderung der Knochenmasse charakterisiert, die eine Veränderung der Knochenstruktur und -funktion mit sich bringt. Dies kann zu Knochenfrakturen führen. Grundsätzlich werden zwei Formen der Osteoporose unterschieden. 1. Primäre Osteoporose
Postmenopausale Osteoporose
Senile Osteoporose 2. Sekundäre Osteoporose
Für die Entstehung einer sekundären Osteoporose können verschiedene Krankheiten oder die langjährige Einnahme bestimmter Medikamente verantwortlich sein.
Der negative Einfluß dieser Krankheiten bzw. Medikamente beruht entweder auf einem beschleunigten Knochenmasseabbau, einem verminderten Knochenmasseanbau oder aufgrund eines indirekten Effektes auf den Knochenstoffwechsel durch eine Störung des hormonellen Gleichgewichts.
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Ursachen von Osteoporose
1. bis 3. Unveränderbare Risikofaktoren Grenzfall 5. bis 8. Beeinflußbare Risikofaktoren |
Neben den bereits genannten Faktoren, die für die Entstehung einer Osteoporose maßgeblich verantwortlich sind, können eine Anzahl weiterer Einflußgrößen Ursache für diese Krankheit sein.
1. Weibliches Geschlecht
2. Rasse
3. Späte Menarche/frühe Menopause
4. Geringes Körpergewicht bzw. graziler Körperbau
5. Bewegungsmangel, Inaktivität
6. Schlechte Ernährung
7. Alkoholabusus
8. Zigarettenrauchen
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Untersuchungsmethoden
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Wenn bereits eine Fraktur aufgetreten ist oder schon mehr als 30% der Knochenmasse abgebaut wurde, kann die Osteoporose anhand eines Röntgenbildes festgestellt werden.
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Meßgeräte zur Densitometrie
(pQCT heißt "peripheres QCT") Blut/Urin und Ultraschall
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Für die knochendensitometrischen Untersuchungen stehen verschiedene Messverfahren und -geräte zur Verfügung.
Weiterhin können verschiedene laborchemische Meßwerte im Blut und im Urin bestimmt werden, die zusätzlich Aufschlüsse über den Knochenstoffwechsel bringen.
Bei dieser Vielzahl vorhandener Meßgeräte bzw. -verfahren und der vielfältigen Meßorte - jeder Knochen ist etwas anders zusammengesetzt - stellt sich die Frage nach dem "besten" Gerät und dem "richtigen" Meßort.
Die DEXA-Geräte und die Geräte der peripheren QCT sind die derzeit genauesten Meßgeräte mit einer relativ geringen Strahlenbelastung, so dass vor allem auch Kontrolluntersuchungen ohne Bedenken durchgeführt werden können. Dies trifft für die QCT der Wirbelsäule nicht zu.
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Prävention
![]() ![]() Nebenwirkungen |
Eine optimale Osteoporoseprävention wird durch die Tatsache ernorm erschwert, dass sie bereits in jungen Lebensjahren begonnen werden muß. Die Einsicht, schon in frühem Alter einer Krankheit vorbeugen zu müssen, ist meist nicht vorhanden. Die Prävention der Osteoporose beinhaltet zum einen den
Wie kann der Aufbau der maximalen Peak Bone Mass erreicht werden?
Die individuell erreichbare Peak Bone Mass, auch Spitzenknochenmasse genannt, hängt vor allem von genetischen Faktoren, aber auch von äußeren Einflußgrößen ab. Letztere können von uns in eine positive oder eine negative Richtung gelenkt werden. Zu diesen manipulierbaren Umwelteinflüssen zählen auch körperliche Aktivität, die Ernährung und damit auch das Trink- und Rauchverhalten sowie die Einnahme von Medikamenten (eingeschränkt).
Eine regelmäßige und maßvolle körperliche Betätigung, bei der möglichst viele Muskelgruppen beansprucht werden, wirkt sich positiv auf den Knochenstoffwechsel aus. Dies geht aus vielen Vergleichs- und Interventionsstudien hervor. Es ist ebenfalls bekannt, dass Sportler eine höhere Knochenmasse haben als Nichtsportler. Abzuraten ist jedoch von einem Übermaß an körperlichen Training, das zu hormonellen Störungen und zu einer im Altersvergleich eher verminderten Knochenmasse, eventuell sogar zu Frakturen führt. So wurden bereits bei jungen Frauen (unter 30 Jahren) aufgrund von "Übertraining" und einem daraus resultierenden Rückgang der Östrogenproduktion (Ausbleiben der Menses) Knochenbrüche beobachtet.
Den Beitrag, den einen ausgewogene und "knochengesunde" Ernährung zum Aufbau der maximalen Peak Bone Mass leisten kann, sollte nicht unterschätzt werden. Für einen optimal ablaufenden Knochenstoffwechsel ist nicht nur die ausreichende Versorgung mit Calcium wichtig. Andere Nährstoffe wie Magnesium, Zink, Kupfer, Fluor, Vitamin D, Vitamin A, Vitamin C und Vitamin K spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle.
Auf regelmäßigen und hohen Alkoholkonsum sowie Zigarettenrauchen sollte ebenfalls verzichtet werden, da sie den Knochenstoffwechsel negativ beeinflussen. Medikamente, die sich negativ auf den Knochenstoffwechsel auswirken, sollten, soweit möglich, gemieden werden. Wie kann zum weitestgehenden Knochenmasseerhalt beigetragen werden?
Prinzipiell gilt auch hier, dass der Erhalt bzw. der Verlust an Knochenmasse von genetischen Faktoren und manipulierbaren Umwelteinflüssen abhängt. Grundsätzlich trifft daher das bereits unter Punkt a. aufgeführte zu. Speziellere Ausführungen finden sich in den entsprechenden Themenheften zur Osteoporose (Sport, Ernährung).
Ein zusätzlicher Faktor, der mit dem Eintritt der Wechseljahre hinzukommt, ist der Rückgang der Östrogenproduktion, der bei einzelnen Frauen - über Männer ist dazu noch nicht viel bekannt - mit einem rapiden Knochenmasseverlust einhergehen kann.
Bei der Östrogentherapie handelt es sich jedoch um eine Langzeittherapie, die mindestens über 10 Jahre hinweg erfolgen sollte. Die wirkungsvolle Dosis beträgt 0,625 mg konjugierte Östrogene pro Tag. Darreichungsformen sind Tablette, Gel, Spritze oder Pflaster. Durch den Zusatz von Gestagenen zu den Östrogenen (Kombipräparat) wird beabsichtigt, das Risiko der Zunahme der Endometrium-Karzinoms im Verlauf einer Langzeittherapie auszuschließen.
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Therapie
passive Therapie = aktive Therapie Balneotherapie Krankengymnastik |
Die Heilbehandlung der Osteoporose gliedert sich maßgeblich in die Bereiche medikamentöse und physikalische Therapie (passive, aktive). Die knochengesunde Ernährung dient zur Unterstützung dieser beiden Wege. Sie ist als alleinige Therapie nicht wirkungsvoll einsetzbar.
Grundsätzlich ist zwischen Medikamenten, die den Knochenabbau hemmen und solchen, die den Knochenanbau fördern, zu unterscheiden.
Calcitonin
Östrogene
Vitamin D
Bisposphosphonate
Fluoride (Natriumfluorid, Monofluorphosphat)
Die unphysiologische, oft gekrümmte Haltung nach Frakturen im Bereich der Wirbelsäule verursacht Muskelverspannungen und Muskelverhärtungen, die zu chronischen Schmerzen führen. Der Knochenbruch selbst bringt "nur" einen akuten Schmerz mit sich, der nach einigen Tagen, spätestens nach wenigen Wochen vorüber ist. Diese Verspannung gilt es, durch eine gezielte physikalische Therapie - balneologische Maßnahmen, Krankengymnastik - und anschließender sportlicher Betätigung - z.B. Gymnastik, Schwimmen - zu beseitigen. Damit kann eine Schmerzfreiheit oder zumindest Schmerzlinderung bewirkt werden.
Durch die anschließende sportliche Aktivität sollen zusätzlich Koordination, Beweglichkeit, Muskelkräftigung und Ausdauer gefördert werden. Alles Faktoren, die für eine gezielte Sturzprophylaxe, zur Vermeidung weiterer Frakturen, sehr wichtig sind. Der Patient erlangt dadurch vor allem auch eine höhere Lebensqualität.
Eine medikamentöse Therapie sollte immer durch eine physikalische Therapie begleitet werden.
Inwieweit eine gezielte körperliche Betätigung ohne die Gabe von Medikamenten als Therapie wirksam eingesetzt werden kann, wird noch untersucht; die bisher dazu vorliegenden Studienergebnisse sind vielversprechend.
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Ernährung und Osteoporose
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Es hat sich durch viele Studienergebnisse gezeigt, dass einseitige Ernährungsempfehlungen wie z.B. die Einnahme von Calciumtabletten keine ausreichende präventive oder therapeutische Wirkung hinsichtlich einer Osteoporose zeigen. Vielmehr verfallen die Betroffenen häufig dem Glauben, durch die Einnahme von Calciumpräparaten umfassend vor Osteoporose geschützt zu sein. Die Einsicht, andere, schlechte Ernährungsgewohnheiten wie z.B. regelmäßiger Alkoholkonsum, Ablehnung von Milch und Milchprodukten oder hohen Fleischkonsum verändern zu müssen, ist dann oft nicht mehr gegeben.
Besonders bei Personen, die sich aus verschiedenen Gründen (Reduktionsdiät, Appetitmangel, Kauprobleme, Krankheit) einseitig ernähren und eine verminderte Energiezufuhr haben, ist die Versorgung mit allen für den Knochenstoffwechsel wichtigen Nährstoffen in der Regel nicht mehr gegeben. Zu diesem Personenkreis gehören häufig alte Menschen und schlankheitsbewusste Frauen, auf die im Hinblick auf eine Osteoporose besonders geachtet werden muß. Dies gilt auch aufgrund der bereits genannten anderen Gründe.
Für die Osteoporosetherapie gilt, dass eine "knochengesunde" Ernährung, zu der eine ausreichende und ausgewogene Zufuhr an für den Knochenstoffwechsel bedeutsamen Nährstoffen (Calcium, Magnesium, Zink, Kupfer, Fluor, Vitamin D, Vitamin A, Vitamin C, Vitamin K) gehört, therapieunterstützend sein kann. Sie ist kein Ersatz für eine medikamentöse oder physikalische Therapie.
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Unfallverhütung
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Ein umfassendes Vorgehen zur Prävention von Frakturen beinhaltet auch die Verhütung von Unfällen, Zuhause und Unterwegs.
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| Die Beseitigung von Unfallquellen ist eine wichtige Maßnahme zur Verhütung von gravierenden Folgeschäden bei Osteoporose! |
Literatur
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Die Literaturliste kann auf Wunsch beim Verfasser erfragt werden. Email: klaus.klein@uni-koeln.de
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