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Anis

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- Name:
- Anis
- Botanischer Name:
- Pimpinella anisum
- Englischer Name:
- Anise
- Familie:
- Doldenblütler (Apiaceae)
- Herkunft:
- Asien
- Hauptanbauländer:
- Spanien, Südfrankreich, Italien, Balkanländer, Türkei, Deutschland,
der Süden Rußlands, Indien und Mittel– und Südamerika
- Heilwirkung:
- Wirkt gegen Blähungen, Bronchitis, trockenem Husten, Magenkrämpfe
und Verdauungsbeschwerden. Wirkt zudem schleimlösend und schützt vor
Infektionen
- Verwendeter Teil der Pflanze:
- Blätter und Früchte
- Inhaltsstoffe:
- Ätherisches Öl, SPS, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, fettes
Öl
- Allgemeine Infos:
- Die Samen finden als Gewürz ihre Verwendung. Das Öl der Pflanze
(ca. 2%) wird beispielsweise als Aroma für Liköre und als Hustensaft
genutzt.
- Herkunft des Pflanzennamens:
- Pimpinélla <Bibernelle; Anis>: Name von L. mit extrem
verwickelter Benennungsgeschichte, die sich noch jetzt in dem verwirrenden Durcheinander
der dt. Benennungen <Bibernelle> und <Pimpernell(e)> teils für
P. major und P. saxifraga, teils für den Kleinen Wiesenknopf (Sanguisorba
minor) äußert (so zusammengeworfen bei Kluge 547), so daß unter
diesem Namen zum einen Sippen der Doldenblütler, zum anderen der Rosengew.
ohne zwingende habituelle Ähnlichkeiten subsumiert wurden und noch werden.-
In vorlinn. Zeit meint Pimpinella jedenfalls die heutige Gatt. Sanguisorba (z.
B. Pimpinella spica brevi minor, laevis non pilosa, Moris. Umbell. 57 = Pimpinella
Sanguisorba minor laevis, C. Bauhin, Pinax 160 = Sanguisorba minor J. Bauhin III
27,113; Scop.; «Kleiner Wiesenknopf>), während die jetzige Gatt.
Pimpinella merkwürdigerweise Saxifraga (bei Herm. Saxifragia) hieß,
wie ja noch im Artepitheton P. saxifraga erkennbar ist: Pimpinella Saxifraga major,
umbella candida, C. Bauhin, Pinax 159 = Saxifraga hircina major, J. Bauhin III
27,109 (= Saxifragia major, umbella candida, Herm. 537 = P. major [L.] HUDS.)
einschl. der Unterart mit rosa Krone (umbella rubente, C. Bauhin) neben Pimpinella
Saxifraga major altera, C. Bauhin, Pinax 159 = Saxifraga hircina minor, foliis
Sanguisorbae, J. Bauhin III 27,111 (= Saxifragia minor, foliis Sanguisorbae, Herm.
537 = P. saxifraga L.). Nach diesen Belegen scheint es, als sei der Name Pimpinella
sekundär auf die Kleine Bibernelle nach dem Vergleich der 3-4(5)paarig gefiederten
Grundblätter und der meist rundlichen, gezähnten Blättchen mit
denen des Kleinen Wiesenknopfes übertragen worden. Doch reicht die Konfusion
beider Sippen tatsächlich weiter zurück und wird schon von Hieronyrnus
Bock 1539 beklagt (Müller 46; Marzell 3,754 ff.; 4,84 ff.). Denn bei Hild.
phys. 1,231; caus. 178,33; 199,34 meint mlat, Bibinella doch offenbar die Sippe
der Doldenblütler, deren Wurzel (Radix Pimpinellae) ein offizinell genutztes
äther. Öl von widerlich bitterem, kratzenden bis scharfem Geschmack
und unangenehmen Geruch (vgl. das Epitheton hircinus und den vorlinn. Namen) enthält
(Müller 46; A. Seybold 1,135; Lex. Biol. 2,426). Auch frz. pimprenelle <Wiesenknopf>
(in dieser Bedeutung erst seit dem 15. Jh.) meinte in den älteren Formen
(mfrz. bevrenelle, afrz. piprenelle, seit 12. Jh.) Pimpinella saxifraga (= frz.
boucage, zu bouc <Bock>, wie lat. hircinus nach diesem Geruch; vgl. Bloch-W.
486; Dauzat 567). Die ältesten überlieferten Formen sind nach Müller
46 miat. pimpinella (6. Jh.; Dynamidia) und pipinella (7. Jh.; Bened. Crisp.),
«wobei nicht eindeutig festzustellen ist, welche Pflanze darunter zu verstehen
ist». Ein antiker Name dieser doch auch in S-Europa vertretenen Sippen ist
dagegen nicht vermerkt. Angesichts dieser ziemlich unklaren Überlieferungslage
ist die Etymologie recht schwierig; die Handbücher gehen, wie der ältere
dt. Name Pfefferwurz(el) <Pimpinella saxifraga> (Grimm 13,1640) zeigt, vom
Vergleich des scharfen Geschmacks der Bibernellwurzel mit dem Pfeffer (lat. piper)
aus (Walde-Hofm. 2,308 über mlat. piperinella, pepenilla u. ä.; REW
6508 a mit Diskussion anderer Deutungen; Dauzat 567). Wenn zuerst diese Sippe
gemeint war, müßte im Gegensatz zu den vorlinn. Benennungen dt. Pimpernell(e),
engl. pimpernel wie frz. pimprenelle <Kleiner Wiesenknopf> sekundär
nach der Bibernelle im Hinblick auf den aromatischen Geschmack der als Küchenkraut
und Volksarzneimittel genutzten Laubblätter und deren Gestalt benannt sein.
(Aus: Genaust, 2005, S. 485 f.)
- anísum (Pimpinella) <Anis>: lat. anisum <Pimpinella
anisum>, auch anesum Aegyptium (Colum.) neben anesum (Cato rust. 121) <
gr. ánison <Dill> (Theophr.), das samt ánethon, áneson
<Dill> (s. Anethum) und ámmi <Kümmel> (s. Ammi) als Name
wie als Handelsprodukt über Ägypten aus dem Orient nach Griechenland
importiert wurde, wie Plin. Und Diosk. berichten (Garns 1,355 f.), und somit Fremdwort
orient., viell. sogar ägypt. Quelle ist (Walde-Hofm. 1,846). - Falsche Deutungen
bei Wi. 52
(Aus: Genaust, 2005, S. 64)
- Legende:
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- Kluge: Kluge, F., 1989: Etymologisches Wörterbuch der deutschen
Sprache. 22. Aufl. von E.Seebold. - Berlin & New York: de Gruyter
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- Moris.: Morison, Robertus (1620-83)
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- Umbell.: Plantarum umbelliferarum distributo nova (1672)
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- C. Bauhin: Bauhin, Caspar (1560-1624), s. Bauhinia
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- Pinax: Pinax theatri botanici (1623)
-
- J. Bauhin: Bauhin, Johann (1541-1613) s. Bauhinia
-
- I-III: Historia plantarum universalis I-III (1650)
-
- Herm.: Hermannus, Paulus (1640-95) s. Hermannia
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- Müller: Müller, Irmgard, 1982: Die pflanzlichen Heilmittel
bei Hildegard von Bingen - Salzburg: Müller
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- Marzell: Marzell, H., 1943-79: Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen.
Bd. 1-5. – Leipzig &c.
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- Hild.: Hildegard von Bingen (1098-1179)
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- caus.: Causa et cura (Liber compositae medicinae)
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- phys.: Physica (Liber simplicis medicinae; 1150/57)
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- Seybold, A.: Schmeil, O. & A. Seybold, 1958: Lehrbuch der Botanik
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- Lex. Bio.: Lexikon der Biologie, 1983-87. 10. Bd. – Freiburg
im Breisgau &c: Herder
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- Bloch-W.: Bloch, O. & W. von Wartburg, 1968: Dictionnaire étymologique
de la langue francaise, - Paris: Presses Universitaires de France
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- Dauzat: Dauzat, A., J.Dubois & H. Mitterand, 1964: Nouveau dictionnaire
étymologique et historique. – Paris: Larousse
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- Grimm: Grimm, J. & W., 1854-1971 : Deutsches Wörterbuch. –
Ndr. in 33 Bd., München: dtv 1984
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- Walde Hofm.: Walde, A. & J.B. Hofmann, 1965: Lateinisches etymologisches
Wörterbuch. 3.Bd., 4. Aufl. – Heidelberg: Winter
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- Cato: M. Porcius Cato (234-149)
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- Rust.: De re rustica (= De agri cultura)
-
- Theophr.: Theophrastus (372/70.288/86), s. Theophrasta
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- Plin.: Plinius d. Ä. (23/24-79), s. plinianus
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- Diosk.: Dioskurides (1.Jh. n. Chr.), s. Dioscorea
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- Gams: Gams, H., 1964-67: Beiträge (A-H) in: Der Kleine Pauly Bd.
1-2
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– Ansbach
- PubMed:
Abstrakt
- Anis
- Literatur:
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GmbH, Eggolsheim
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- Cheers, G. (Hrsg.). (2003) Botanica (S. 677). Tandem Verlag
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- Genaust, H. (2005). Etymologisches Wörterbuch der Botanischen Pflanzennamen.
3. Auflage. Birkhäuser Verlag, Basel, Schweiz
- Internet:
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http://www-proj.loel.hs-anhalt.de/oeko/kraeuter/lexikon/texte/anis.html
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http://www.heilkraeuter.de/lexikon/anis.htm
- Weiterführende Literatur:
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- Asi, H. (1988): Gewürze als Arzneimittel
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- Dressendörfer, W. (2003): Blüten, Kräuter und Essenzen. –
Thorbecke. Ostfildern
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- Glatzl, H. (1968): Die Gewürze. Ihre Wirkungen auf den gesunden und kranken
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- Richardson, Mervyn [Hrsg.]; Gangolli, Sharat [Hrsg.]. The Dictionary of Substances
and their effects. - Royal Society of Chemistry. Cambridge
-
- Zeitschrift für Arznei- und Gewürzpflanzen. – Agrimedia. Bergen,
Dumme
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