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Basilikum

Basilikum

Name:
Basilikum
Botanischer Name:
Ocimum Basillikum
Englischer Name:
Basilie
 
Familie:
Lippenblütler (Lamiaceae)

Herkunft:
Aus den tropischen Gebieten Afrikas, Asiens, sowie Indien.

Hauptanbauländer:
Europa:
Italien, Frankreich, Marokko, Ägypten
USA:
Kalifornien, Asien-, Mittel- und Südamerika

Heilwirkung:
Regt die Verdauung an, lindert Krämpfe im Magen und hat auf die Haut einen belebenden Einfluss. Hilft außerdem bei Migräne, Schlaflosigkeit und Schwindel.

Verwendeter Teil der Pflanze:
Blätter

Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl, Linalool, Estragol, Eugenol und Kampfer

Allgemeine Infos:
Die ätherischen Öle der Pflanze dienen zur Parfümherstellung. Außerdem wirkt die Pflanze effektiv gegen Insekten. Die Blätter werden häufig als Speisegewürz genutzt.

Herkunft des Pflanzennamens:
Ócimum <Basilikum, Basilienkraut>: lat. ocimum <Basilikum, O. basilicum> (Plin. 19,17; 19,100; 19,119 ff.) < gr. okimon <ds.> (seit Hippokr.; genaue Beschreibung Theophr.; Diosk.), wohl aus dem Orient (die Heimat ist nicht sicher bekannt) nach Griechenland eingeführt (Ziegler 4,271). Der Name wird von Frisk 2,1145 als Fremdwort unbekannter Her-kunft angesehen und mit gr. okinon <ein Futterkraut, viell. eine kleeartige Sippe>, ákinos, ákonos <Steinquendel> verbunden; denkbar ist zumindest eine volksetym. Anlehnung an solche gr. Wörter, die von der idg. Wz. *ak-, *ok- <scharf> abgeleitet sind; nach dem intensiv-würzigen Geruch des Basilikums. - Falsche Deutung Wi. 624
(Aus: Genaust, 2005, S. 429)
basílicum (Ocimum) <Basilikum, Basilienkraut>: Name schon vorlinn. als Ocimum odoratum, sive Basilicum, J. Bauhin III 28,445 = Ocymum latifolium maculatum, vel crispum, C. Bauhin, Pinax 225 = Basilicum vulgo, Herm. 455. Es ist zu beachten, daß die Heimat dieses landläufig als mediterran angesehenen Gewürzes nicht sicher bekannt ist und daß es allenfalls in den Subtropen gepflanzt wurde und dort verwilderte (Za. 398); demnach ist nicht zu erwarten, daß dieses Gewürz schon in antiken Quellen erwähnt und als <königliches Heilmittel> (lat. basilicum erg. remedium, gr. basilikón erg. phármakon) gedeutet wurde, wie die Handbücher (Wi. 95, REW 973, FEW 1,271) vorgeben. Die ältesten Belege: Basilisca, Hild. phys. 1,230; caus. 210,21 (Müller 41 f.) und basilisca = herba regia/regula (Ps.Apul. 128), werden sogar zu gr. basilískos <Basilisk, ein Reptih (s. Frisk 1,222) gestellt und als apotropäisches Mittel gegen das Gift dieses Reptils gedeutet, obwohl aus zoolog. Sicht die Basilisken eigentlich nur von Mexiko bis Ekuador, also in Amerika, heimisch sind. - Signifikantes Beispiel für die Schwierigkeit, bot. Taxa befriedigend zu deuten: Daneben erscheinen ja auch schon die mhd. Namen basilie, basilig <Basilikum> (Kluge 63), von denen die erstere Form durchaus von mhd. petersilie (Kluge 538) beeinflußt sein kann!
(Aus: Genaust, 2005, S. 94)

Legende:
  • Wi.: Wittstein, G.C., 1852: Etymologisch-botanisches Handwörterbuch. – Ansbach
  • Theophr.: Theophrastus (372/70.288/86), s. Theophrasta
  • Plin.: Plinius d. Ä. (23/24-79), s. plinianus
  • Diosk.: Dioskurides (1.Jh. n. Chr.), s. Dioscorea
  • Kluge: Kluge, F., 1989: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 22. Aufl. von E.Seebold. - Berlin & New York: de Gruyter
  • Müller: Müller, Irmgard, 1982: Die pflanzlichen Heilmittel bei Hildegard von Bingen - Salzburg: Müller
  • J. Bauhin: Bauhin, Johann (1541-1613) s. Bauhinia
  • I-III: Historia plantarum universalis I-III (1650)
  • C. Bauhin: Bauhin, Caspar (1560-1624) , s. Bauhinia
  • Pinax: Pinax theatri botanici (1623)
  • Herm.: Hermannus, Paulus (1640-95) s. Hermannia
  • Hild.: Hildegard von Bingen (1098-1179)
  • caus.: Causa et cura (Liber compositae medicinae)
  • phys.: Physica (Liber simplicis medicinae; 1150/57)
  • Za.: Zander, R. (Begr.), F.Encke, G.Buchheim, S.Seybold, 1993: Handwörterbuch der Pflanzennamen. - 14. Aufl. - Stuttgart: Ulmer
  • REW: Meyer-Lübke, W., 1935: Romanisches etymologisches Wörterbuch. 3. Aufl. - Heidelberg: Winter (Ndr. 1966)
  • FEW: Wartburg, W. von 1922-70: Französiches etymologisches Wörterbuch. 25 Bd. - Bern (vorher Leipzig, Paris)
  • Ps. Apul.: Pseudo-Apuleius
  • Frisk: Frisk, H., 1960-73: Griechisches etymologisches Wörterbuch. Bd 1 (1973), 2 (1991), 3 (1979)
  • PubMed:
    Abstrakt - Basilikum

    Literatur:
  • Vermeulen, N. Kräuter Enzyklopädie (S. 205). Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim
  • Genaust, H. (2005). Etymologisches Wörterbuch der Botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Birkhäuser Verlag, Basel, Schweiz
  • Internet:
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Basilikum
  • Weiterführende Literatur:
  • Asi, H. (1988): Gewürze als Arzneimittel
  • Dressendörfer, W. (2003): Blüten, Kräuter und Essenzen. – Thorbecke. Ostfildern
  • Glatzl, H. (1968): Die Gewürze. Ihre Wirkungen auf den gesunden und kranken Menschen
  • Richardson, Mervyn [Hrsg.]; Gangolli, Sharat [Hrsg.]. The Dictionary of Substances and their effects. - Royal Society of Chemistry. Cambridge
  • Zeitschrift für Arznei- und Gewürzpflanzen. – Agrimedia. Bergen, Dumme

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