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Ingwer

Ingwer

Name:
Ingwer
Botanischer Name:
Zingiber officinale
Englischer Name:
Ginger

Familie:
Ingwergewächse (Zingiberaceae)

Herkunft:
Südostasien

Hauptanbauländer:
China, Indien, Karibik und USA

Heilwirkung:
Ingwer wirkt antiemetisch (Beruhigung des Brechreizes), positiv inotrop (muskelwirksam) und cholagog (galletreibend). Außerdem wird die Speichel- und Magensaftsekretion gefördert sowie der Tonus und die Peristaltik des Darms gesteigert.

Verwendeter Teil der Pflanze:
Wurzel

Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle, Harzgemisch

Allgemeine Infos:
Verleiht Speisen einen unverkennbaren scharfen, würzigen Geschmack. Die ätherischen Öle dienen zur Parfümherstellung. Die getrocknete Wurzel wird zur Herstellung von Medizin genutzt.

Herkunft des Pflanzennamens:
Zíngiber <Ingwer>: Name von BOEHM. 1760, vorlinn. als Zingiber latifolium sylvestre, Herm. 636-40 (Abb. 637) < lat. zingiber <Ingwer, als Gewürz und Heilmittel aus Arabien bzw. dem «Troglodytenlande» bezogenes Rhizom von Z. officinale> (seit Cels. 5,23,3), Nebenformen zingiberi, zinpiberi (Plin. 12,28), gingiber (Apic. 1,29; 2,50), < gr. ziggíberi <ds.> (Diosk. 2,160; Galen. ll,880f.); vgl. Ziegler 2,1411. Die somit seit der l. Hälfte des l. Jh. n. Chr. zuerst aus röm. Quellen überlieferte Be-nennung des Rhizoms geht zunächst auf mind. (Pàli) singivera <ds.> und weiter auf aind. sr ngavera- <ds.> zurück (Frisk 1,614); das aind. Wort stellt jedoch nach allgemeiner Auffassung nur eine falsche Sanskritisierung (unter Anlehnung an aind. srnga- <Horn, Geweih>, nach dem Erscheinungsbild des Rhizoms) aus einer drawidischen Quelle dar, zumal die sonst nur aus Kulturen bekannte Art Z. officinale offenbar in S-Asien heimisch ist (Lex. Biol. 4,352). Das 2. Element stammt mit Sicherheit < Tamil veru <Wurzel> (s. Vetiveria, zedoaria), das erste ist vielleicht umgestaltet aus Malayalam inchi <Wurzel>, so daß der Name des Ingwers ursprüngl. <Wurzel der Wurzeln> wegen seines stärkereichen, als Gewürz, Heil- und Nahrungsmittel verwendeten Rhizoms bedeutete. - Denkbar ist freilich auch ein ostasiat. Ur-sprung der aind. Benennung, wenn chin. Jiang <Ingwer> und ben <Wurzel> herangezogen werden (vgl. den Art. Galanga
(Aus: Genaust, 2005, S. 700)
officinális (Althaea, Anchusa, Asparagus, Calendula, Cochlearia usw.). <offizinell>: es fällt auf, daß dieses heute sehr häufige Artepitheton vorlinn. zu fehlen scheint und daß selbst der Zusatz officinarum (s. d.) recht selten ist, z. B. bei Melilotus Officinarum Germaniae, C. Bauhin, Pinax 331 (= M. officinalis). Tatsächlich handelt es sich um einen sehr jungen Begriff, der erst zu LINNÉS Zeiten aufkam und z. B. in Frankreich (frz. officinal) erst bei N. Lémery, Dictionnaire des drogues (1733), auf-tritt (die Bedeutung von frz. officine <Labor; Apotheke > ist sogar erst 1812 belegt; Dauzat 507).
(Aus: Genaust, 2005, S. 543)

PubMed:
Abstrakt - Ingwer
Abstrakt - Ingwer

Literatur:
  • Vermeulen, N. (o. A.) Kräuter Enzyklopädie (S. 229). Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim
  • Genaust, H. (2005). Etymologisches Wörterbuch der Botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Birkhäuser Verlag, Basel, Schweiz
  • Internet:
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Ingwer
  • Weiterführende Literatur:
  • Asi, H. (1988): Gewürze als Arzneimittel
  • Dressendörfer, W. (2003): Blüten, Kräuter und Essenzen. – Thorbecke. Ostfildern
  • Glatzl, H. (1968): Die Gewürze. Ihre Wirkungen auf den gesunden und kranken Menschen
  • Richardson, Mervyn [Hrsg.]; Gangolli, Sharat [Hrsg.]. The Dictionary of Substances and their effects. - Royal Society of Chemistry. Cambridge
  • Zeitschrift für Arznei- und Gewürzpflanzen. – Agrimedia. Bergen, Dumme

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