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Zimt

XXX

Name:
Stangenzimt
Botanischer Name:
Cinnamomum cassia
Englischer Name:
Cinnamon
 
Familie:
Lauraceae (Lorbeergewächse)
Herkunft:
Sri Lanka
Hauptanbauländer:
Sri Lanka, Indonesien, China, Vietnam
und Madagaskar

Heilwirkung:
Wirkt kreislaufanregend bei niedrigem Blutdruck, verdauungsfördernd, antibakteriell und pilztötend.
Beseitigt Blähungen und Spannungen im Darm und wirkt entzündungshemmend bei Infektionen des Darms. Lindert Husten und Heiserkeit und ist ein magenstärkendes Mittel. Eine positive Wirkung hat Zimt vor allem für Diabetiker, die von der Blutzuckersenkenden Wirkung des Zimtes profitieren.
Verwendeter Teil der Pflanze:
Die abgeschälte und getrocknete Rinde dünner Zweige
 
Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl
 
Herkunft des Pflanzennamens:
 
Cinnámomum <Ceylonzimtbaum, Zimtkassie, Kampferbaums lat. cinnamomum <Zimt> (Cels. 5,4; Plin. 12,85 f.), cinnamum <ds.> (Plin. 10,97; 12,92 u. ö.), cinnama quassa <zerbröckelte Zimtstangen> (Ov. met. 15,399) < gr. kinnámomon <Zimt, würzige Rinde des damals noch unbekannten «Zimtstrauches»> (Herod. 3,110 f.), kinámomon <ds.> (Dionys. Perieg. 945), kínnamon <ds.> (Theophr. h. pl. 9,5,1 f.; Diosk. 1,12), kínamon <ds.> (Nik. Ther. 947), schon von Herod. als Fremdwörter unbekannter Herkunft angesehen, da bis zur Kaiserzeit der Zimt nur in kleinen Rollen («Stangen») von phöniz. Zwischenhändlern nach Griechenland und Rom eingeführt wurde; daher ist die nächstliegende Quelle des Wortes phöniz., vgl. hebr. qinnamon <Zimt> (Frisk 1,856); die Vollform kinnámomon ist offenbar aus kínnamon und dem Namen der Gewürzpfl. ámomon (s. Amomum) zusammengesetzt (Frisk 3,128). Die bot. und geograph. Herkunft des Gewürzes blieb den Griechen und Römern verborgen, so daß SW-Arabien oder die gegenüberliegende Küste Afrikas (kinnamophóros chora, Herod., Theopr.) als Heimat angenommen wurde; die Art, die die Zimtrinde lieferte, wurde wie andere Arten mit würziger Rinde als gr. kassía, kasía (s. Cassia) bezeichnet, worunter jedoch ganz verschiedene Sippen subsumiert wurden; vgl. Gärtner 5,1535. (...) Angebrachter wäre es, im Hinblick auf die Gewinnungsweise des Zimtes (etwa l m lange Rindenstücke werden von den Zweigen des Zimtbaumes ausgeschnitten und abgeschält) an eine in der Folgezeit umgebildete Ableitung von aind. krnati <verletzt>, utkirna <ausgeschnitten> (zur idg. Wz. *(s)ker- <schneiden>, vgl. IEW 1,938) zu denken. – Der deutsche Name Zimt ist über ahd. sinamin, mhd. zinemin, zinmen, zinment aus dem Lat. entlehnt (Kluge813)
(Aus: Genaust, 2005, S. 157)

cássia <Kassie, Gewürzrinde>: lat. casia, cassia l) <Rosmarin-Seidelbast, Daphne cneorum, auch cneoron oder thymelaea genannt; wohlriechender, von Bienen gern besuchter Strauch> (Verg. ed. 2,49; georg. 2,213; 4,30 u. ö.; Plin.), 2) <exotischer Baum mit wohl-riechender, gewürzhafter Rinde, die als Gewürz importiert wurde> (seit Flaut.; Verg. georg. 2,466; Vulg. psalm. 44(45),9 im Zusam-menhang mit Myrrhe und Aloe) < gr. kasía, kassía (seit Sappho, 7. Jh. v. Chr.) meint zunächst Cinnamomum-Arten, vor allem das Gewürz von C. verum (= kinnámomon <Zimt> bei Herod.), sodann Cassia-Arten selbst, vor allem das über Alexandria aus Indien eingeführte schwarze, eßbare Mark der Röhrenkassie C. fistula mit purgierender Wirkung (gr. kassía mélaina, glykykálamos); bei Diosk. 1,12 wer-den 8 verschiedene Rinden unterschiedlicher Sippen unter den Namen kassía vereint (Gams 1,1065; Gärtner 5,1535); vgl. noch gr. kasíe sýrigx <Röhrenkassie> und xylokassía <Kassienholz>. Das gr. Wort wird wegen der lautlich und semantisch durchaus naheliegenden se-mit. Wörter: assyr. kasia, hebr. qetsi'ah <zimtartige Rinde> (zu hebr. qatsa <abstreifen>, Onions 150) zunächst als orient. Lehnwort an-gesehen (Frisk 1,797), sofern diese Wörter sich ursprünglich auf die Seidelbast-Art beziehen; sollten aber die Namen von Zimtrinde und Röhrenkassie die älteren sein, so müßte aufgrund der Herkunft der von ihnen gewonnenen Sippen der Ursprung im indischen Raum gesucht werden (vgl. Colocasia), kaum jedoch im Chines. (Hofmann, Etym. Wtb. des Griech. 135).
(Aus: Genaust, 2005, S. 132)

 

 

Literatur:
  • Genaust, H. (2005). Etymologisches Wörterbuch der Botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Birkhäuser Verlag, Basel, Schweiz
 
Internet:
 
 
 

Weiterführende Literatur:

  • Asi, H. (1988): Gewürze als Arzneimittel
  • Dressendörfer, W. (2003): Blüten, Kräuter und Essenzen. – Thorbecke. Ostfildern
  • Glatzl, H. (1968): Die Gewürze. Ihre Wirkungen auf den gesunden und kranken Menschen
  • Richardson, Mervyn [Hrsg.]; Gangolli, Sharat [Hrsg.]. The Dictionary of Substances and their effects. - Royal Society of Chemistry. Cambridge
  • Zeitschrift für Arznei- und Gewürzpflanzen. – Agrimedia. Bergen, Dumme
 
 
 
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