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Didaktische und methodische Hinweise zum Verlauf

Benötigtes Material für diese Kurseinheit:
  • Overheadprojektor
  • Diaprojektor
  • Folienschreiber
  • Einige der folgenden Gemüsesorten (je nach Saison auswählen):
  • Bilsenkraut
  • Roter Fingerhut
  • Schlafmohn
  • Stechapfel
  • Tollkirsche
  • Weißdorn
  • Die aufgeführten Gemüsesorten sind auch als Dia im Anhang des Onlinekurses zu finden

    Ab der 0. Minute

    Zu Beginn des Seminars soll der Seminarleiter das erste Arbeitsblatt unkommentiert an die Teilnehmer austeilen. Die Besprechung des Arbeitsblattes erfolgt erst am Ende des theoretischen Seminarabschnitts.

    Ab der 5. Minute

    Es folgt eine kurze Einführung des Begriffes Selbstmedikation. Zur Erinnerung: Unter Selbstmedikation versteht man die Eigenbehandlung von Erkrankungen.
    Die Vor- und Nachteile der Selbstmedikation sollen von den Seminarteilnehmern selbst herausgearbeitet werden. Die Aufgabe des Seminarleiters sollte sich in dieser Phase des Seminars darauf beschränken, Impulse zu geben und die Diskussion zu leiten. Die aufgeführten Vor- und Nachteile einer Selbstmedikation sind zur Wissenssicherung stichwortartig mit einem wasserlöslichen Folienschreiber auf Folie festzuhalten.
    Impulse bei der Diskussion wären beispielsweise:

    • Gründe für die Teilnahme am diesem Seminar
    • Selbstmedikation bei lebensbedrohlichen Erkrankungen
    • Diagnostizierung der Erkrankung
    Einige Vor- und Nachteile der Selbstmedikation nochmals stichwortig aufgeführt:

    Vorteile
    Nachteile
    • Wissen über Krankheiten und den eigenen Körper wächst
    • Entlastung des öffentlichen Gesundheitswesens
    • Fähigkeit zum selbstverantwortlichen Umgang mit Krankheiten wächst
    • Selbstbestimmung bei den Behandlungsmethoden
    • Größere Transparenz über die eingesetzten Medikamente bzw. deren Inhaltsstoffe (Stichwort: synthetische/ natürliche Inhaltsstoffe)
    • Falsche Diagnostizierung der Krankheit möglich
    • Über- oder Unterdosierung sind leichter möglich
    • Mögliche unbekannte Nebenwirkungen
    • Unsachgemäße Behandlung der Erkrankung ist eher möglich

    Eine entscheidene Fragestellung in dieser Seminareinheit lautet: Kann man als interessierter Laie Heilpflanzen zur Selbst- medikation verwenden und was gibt es dabei zu beachten?
    Entscheidend ist in diesem Zusammenhang, daß die Teilnehmer erkennen, daß eine Selbstmedikation auf Heilpflanzenbasis möglich ist, aber auch, daß nicht jede Krankheit auf der Basis von Heilpflanzentherapien behandelt werden sollte. Die Selbstmedikation (inkl. solcher Behandlungsformen, die auf Heilpflanzen basieren) dient, so die Meinung der meisten Fachleute auf diesem Gebiet, in erster Linie der Behandlung kleinerer Alltagskrankheiten.

    Ab der 27. Minute

    Ein anderes wichtiges Faktum, daß bei vielen Teilnehmern des Seminars nicht bekannt sein dürfte, ist die große Bandbreite der "Wirkungsstärke" von Heilpflanzen. Häufig wird davon ausgegangen, daß Heilpflanzen nur eine geringe Wirkfähigkeit haben. Dies stimmt auch für einen Teil der Heilpflanzen, den sog. Mite-Heilpflanzen (auch Mite-Phytotherapeutika genannt). Darüber hinaus gibt es aber auch stärker bis sehr stark wirksame Heilpflanzen, die sog. Forte-Phytotherapeutika. Die Forte-Phytotherapeutika besitzen häufig Inhaltsstoffe, die in den Wirkstoffgruppen Alkaloide und herzwirksame Glykoside zusammengefaßt werden. Typische Beispiele solch hochwirksamer Phytotherapeutika sind Digitalis, Opium, Morphin oder Belladonna. Die Seminarteilnehmer sollen wissen, daß auch solch hochwirksame Inhaltsstoffe in Heilpflanzen existieren, allerdings soll nicht weiter auf diese Heilpflanzen eingegangen werden. Weitere Informationen über die hochwirksamen Phytotherapeutika sollten erst gegen Ende des Seminareinheits im Rahmen der Vorstellung hochwirksamer Inhaltsstoffe gegeben werden.

    Ab der 31. Minute

    Eine andere weitverbreitete Meinung ist die Annahme, daß beim Einsatz von Heilpflanzentherapien keine oder kaum Nebenwirkungen auftreten. Da dies nicht immer der Fall ist, sollte in dieser Seminareinheit darauf hingewiesen werden.
    In der Tat fallen die Nebenwirkungen bei Heilpflanzentherapien im Vergleich zu herkömmlichen Therapieformen geringer aus. Es gibt zwei Daumenregeln, die man in diesem Zusammenhang im Hinterkopf behalten sollte:

    • Je stärker die Wirksamkeit des Phytotherapeutikums, um so größer die Gefahr der Nebenwirkung durch Überdosierung. Zudem können bei hoher Dosierung Nebenwirkungen durch Begleitsubstanzen, die sich ebenfalls in dem verwendeten Heilpflanzenteil befinden auftreten.
    • Schwach wirksame Heilpflanzen haben in der Regel wenig Nebenwirkungen. Bei ständiger Anwendung kann es allerdings zu Änderungen des Stoffwechsels kommen, die Inhaltsstoffe werden in den körpereigenen Stoffwechsel integriert (z. B. beim Schweden-Bitter)

    Ab der 35. Minute

    In diesem Zusammenhang sollte den Seminarteilnehmern klargemacht werden, daß die Wirkung von Heilpflanzen von einem einzigen bis hin zu einer Vielzahl von Wirkstoffen abhängen kann. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß bei stark wirksamen Phytotherapeutika eine isolierte Substanz für die Heilwirkung verantwortlich ist, während bei eher schwach wirksamen Phytotherapeutika ein ganzer Wirkstoffkomplex, bestehend aus vielen verschiedenen Wirkstoffen, in ihrer Gesamtheit für die Heilwirkung verantwortlich ist.

    Ab der 38. Minute

    Im Anschluß an die Darstellung grundlegender Sachverhalte können die verschiedenen Heilwirkungen der Heilpflanzen besprochen werden. Dazu sollten mit einem wasserlöslichen Folienschreiber die verschiedenen Heilwirkungen, die in Zusammenarbeit mit den Seminarteilnehmern herausgearbeitet wurden, auf der vorbereiteten Folie eingetragen werden. Die einzutragenen Heilwirkungen müssen dabei nicht mit den vorgegebenen Lösungen wortwörtlich übereinstimmen (inhaltlich müssen sie selbstverständlich richtig sein).

    Ab der 46. Minute

    Im Anschluß an die theoretischen Abhandlungen über die Wirkung von Heilpflanzen soll der zu Beginn der Seminareinheit ausgefüllte Fragebogen besprochen werden. Hierbei ist es wichtig, daß die Seminarteilnehmer eventuelle Unterschiede in ihren Meinungen über die Verwendung von Heilpflanzen erkennen und die richtigen Lösungen wissen.

    Ab der 50. Minute

    Es folgt der zweite Teil der Seminareinheit. Den Teilnehmern soll kurz das Konzept des zweiten Teils der Seminareinheit vorgestellt werden. Zur Information: Im Anschluß an das Schwerpunktthema der Kurseinheit soll ein spezieller Krankheitskomplex, z.B. Erkältungskrankheiten, besprochen und Möglichkeiten der Selbstmedikation mit verschiedenen Naturheilverfahren vorgestellt werden. Dazu soll eine Reihe von Pflanzen vorgestellt werden, die zur Behandlung dieser Krankheit verwendet werden können. Diese Pflanzen werden den Seminarteilnehmern in Form von Informationsblättern, die die Monographien über diese Pflanzen enthalten, zusätzlich am Ende der jeweiligen Kurseinheit ausführlich nähergebracht. Die Monographien ergeben im Laufe des Seminars eine Mappe über Heilpflanzen, die, mit wenigen Ausnahmen, zur Selbstmedikation verwendet werden können.
    Zudem soll in jeder Kurseinheit ein phytotherapeutisch bedeutsamer Inhaltsstoff besprochen werden, der bei der Behandlung des thematisierten Krankheitskomplexes eine große Rolle spielt.

    Die didaktische Konzeption sieht vor, daß die verschiedenen Inhaltsstoffe einfach vorgestellt werden, ohne im Einzelnen auf sie einzugehen. Wichtiger ist an dieser Stelle, daß den Teilnehmern vermittelt wird, wie die einzelnen Wirkstoffe entstehen, nämlich aus einfachsten chemischen Verbindungen, die in der Pflanze syntetisiert und zusammengesetzt werden. Die Pflanze ist damit nicht anderes als ein miniaturisiertes Chemiewerk, daß eine Vielzahl von chemischen Verbindungen produziert.

    In Anlehnung an das Wirkungsspektrum von Heilpflanzen soll kurz (ohne Monographien und Dias) auf die hochwirksamen Heilpflanzen eingegangen werden. Die dabei bedeutsamen Inhaltsstoffe sind Alkaloide und herzwirksame Glykoside. Es ist darauf hinzuweisen, daß die vorgestellten Heilpflanzen, mit Ausnahme des Weißdorns, nicht zur Selbstmedikation geeignet sind.

    Zum Abschluß der Kurseinheit soll auf die Behandlungs- möglichkeiten mit Hilfe dieser hochwirksamer Heilpflanzen eingegangen werden. Auch hier wäre es sinnvoll, verschiedene Pflanzenexemplare durch die Reihen der Teilnehmer gehen zu lassen.


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