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Didaktische und methodische Hinweise zum Verlauf

Benötigtes Material für diese Kurseinheit:
  • Trockenrost (optional)
  • mehrere Beutel Pfefferminztee
  • frische Pfefferminzblätter
  • Topf
  • beliebige Heilpflanze (z.B. Pfefferminze)
  • gefrorene Pfefferminztkräuter
  • Kochplatte oder Tauchsieder
  • 1 - 2 Liter Wasser
  • Einige der folgenden Pflanzenarten (je nach Saison auswählen):
  • Heckenrose (= Hundsrose)
  • Kapuzinerkresse
  • Roter Sonnenhut
  • Schlafmohn
  • Sanddorn
  • Schlehe
  • Schwarzer Holunder
  • Sommerlinde
  • Die aufgeführten Gemüsesorten sind auch als Dia im Anhang des Onlinekurses zu finden

    Ab der 0. Minute

    Zu Beginn der Seminareinheit soll der Kursleiter eine Pflanze (Empfehlenswert: Pfefferminze) vorstellen und durch provokative Fragen die Neugier der Teilnehmer wecken. Typische Fragen wären:

    • Wie kann ich mit dieser Pflanze etwas gegen meine Magenverstimmung unternehmen?
    • Wie muß ich diese Pflanze behandeln, um eine Heilwirkung zu erhalten?
    • Welchen Teil der Pflanze kann ich verwenden, um eine Heilwirkung zu erzielen?

    Die Äußerungen der Seminarteilnehmer sollten erst einmal unkommentiert im Raum stehenbleiben und können zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen werden.
    Aus dieser Einleitung sollten die Teilnehmer des Seminars das Thema für die nächsten Kurseinheiten ableiten: Wie komme ich von der Heilpflanze zu meinem Heilpflanzen-Präparat?

    Ab der 9. Minute

    Eine wichtiger Schritt zur Klärung dieser zentralen Frage ist das Wissen, wo sich die wirksamen Substanzen in der Pflanze befinden. Die einzelnen Pflanzenteile haben in der Medizin lateinische Ausdrücke, die bekannt sein müssen, um zu verstehen, welcher Pflanzenteil überhaupt gemeint ist. Viele medizinsche Bücher, aber auch Bücher für interessierte Laien verwenden leider ausschließlich die lateinischen Ausdrücke.
    Mit Hilfe zweier Folien können die wichtigsten lateinischen Ausdrücke für die einzelnen Pflanzenteile vorgestellt werden. Das Arbeitsblatt dient der Verfestigung des eben erlernten Wissens und soll eine kognitive Reflexion des Gelernten bewirken. Sowohl die Darstellung der einzelnen Pflanzenteile als auch die anschließende Lernzielkontrolle sollten kurz und prägnant vermittelt werden, ohne längere Ausführungen über die botanischen Zusammenhänge, detaillierten Hintergrunds- informationen, etc.

    Ab der 21. Minute

    Der Begriff Droge wird häufig mit Rauschdrogen gleichgesetzt.
    Es muß deshalb klar herausgearbeitet werden, daß der Begriff Droge in der Pharmazie und den verschiedenen Heilpflanzen- therapien eine andere Bedeutung hat. Droge bedeutet hier: schonend getrocknete Pflanze oder Pflanzenteile mit Arzneiwirkung. Um Mißverständnissen vorzubeugen, muß diese Begrifflichkeit allen Seminarteilnehmern vermittelt werden.

    Ab der 25. Minute

    Nachdem die einzelnen Pflanzenteile von den Seminar- teilnehmern benannt werden können, soll die Frage aufgeworfen werden, wie die wirksamen Pflanzenteile zu trocknen und aufzubewahren sind.
    Die verschiedenen Trocknungs-/Konservierungsverfahren sollen vorgestellt sowie ein Trockenrost hergestellt werden.
    Folgende Konservierungsverfahren sollten besprochen werden:

    • Lufttrocknung in Büscheln
    • Trocknung auf Trockenrosten
    • Tieffrieren von Kräutern

    An dieser Stelle ist anzumerken, daß die Kräuter durch das Tieffrieren besonders viele Wirk- und Aromastoffe behalten. Beim Trocknen gehen viele Wirkstoffanteile verloren oder werden zerstört.

    Optional:

    An dieser Stelle kann der Seminarleiter den Teilnehmern auch praktisch einen Unterschied der verschiedenen Konservierungsmethoden vermitteln.
    Brühen Sie zwei Tassen Pfefferminztee auf.
    Eine Tasse mit normalem (getrocknetem) Pfefferminztee, die andere aus tiefgefrorenen Pfefferminzkräutern.
    Lassen Sie die Teilnehmer beide Teesorten probieren, der Unterschied ist verblüffend.

    Zur Information: Die Lufttrocknung in Büscheln eignet sich zur Trocknung ganzer Pflanzen. Die Büschel sollten kopfüber in schattigen, nicht zu warmen Orten - trockene Kellerräume sind hier besonders geeignet - aufgehangen werden.

    Die Anleitung zur Herstellung eines Trockenrosts soll den Teilnehmern die Möglichkeit geben, eine weitere Konservierungs- methode einsetzen zu können. Es ist empfehlenswert (wenn auch nicht zwingend notwendig), daß der Seminarleiter ein bereits angefertigtes Trockenrost präsentieren und durch die Reihen der Teilnehmer gehen lassen kann.
    Die einzelnen Schritte der Herstellung sollten nach der Ausgabe des Informationblattes kurz mit den Teilnehmern durchgegangen werden, um eventuelle Verständnisfragen direkt klären zu können. Von der Anfertigung eines Trockenrosts im Rahmen der Kurseinheit ist aus Zeitgründen abzuraten.

    Es schließt sich die Frage an, wie die so haltbar gemachten Heilpflanzendrogen am besten aufbewahrt werden können. Unter Verwendung der Folie sollten die wichtigsten Hinweise den Seminarteilnehmern vorgestellt werden.
    Didaktischer Hinweis: Als billige Alternative zu den gegebenen Hinweisen bieten sich Marmeladengläser mit Schraub- oder Patentverschluß zur Aufbewahrung an, diese sollten allerdings im Dunklen aufbewahrt werden.

    Ab der 41. Minute

    Eine weitere Frage, die an dieser Stelle geklärt werden soll lautet: Wie komme ich an Heilpflanzen bzw. Drogen aus Heilpflanzen?
    Man kann Heilpflanzendrogen entweder selber sammeln oder käuflich erwerben. In jeder Apotheke kann man Drogen von Heilpflanzen erhalten, diese sind qualitativ hochwertig und unterliegen gründlichen Kontrollen. Andererseits ist der Erwerb solcher Drogen nicht immer billig.
    Billiger, allerdings mühseliger ist das Selbersammeln von Heilpflanzen. Was es hierbei zu beachten gibt, soll in diesem Seminarabschnitt näher beleuchtet werden.
    Die Teilnehmer des Seminars sollen dazu spontan ihre Ideen äußern, was es beim Sammeln von Heilpflanzen zu beachten gibt. Die wichtigsten Punkte sind nochmals auf einer Folie zusammengefaßt und können zur Lernkontrolle und Vervollständigung aufgelegt werden.
    Anschließend können die Teilnehmer Informationsblätter über Heilpflanzen(teile) und ihre Erntezeit erhalten. Diese Informationsblätter sollten kurz mit den Seminarteilnehmern besprochen werden, um Verständnisfragen zu klären. Mit Hilfe der Informationsblätter soll den Teilnehmern eine Nachschlagemöglichkeit gegeben werden, um selbst Heilpflanzen sammeln zu können.
    Zur Wiederholung und Lernzielkontrolle können mit Hilfe eines kleinen Kreuzworträtsels wesentliche Punkte dieser Seminareinheit nochmals zur Erinnerung gerufen werden. Die Bearbeitung des Arbeitsblattes und die Besprechung der Ergebnisse sollten aneinander anschließen.

    Ab der 62. Minute

    Zum Abschluß des Seminars soll auf die Behandlungs- möglichkeiten von Erkältungskrankheiten mit Heilpflanzen eingegangen werden. Auch hier wäre es sinnvoll, verschiedene Pflanzenexemplare durch die Reihen der Teilnehmer gehen zu lassen. Die zu behandelnde Wirkstoffklasse der Vitamine und Flavonoide soll dabei vortragsmäßig nur angerissen werden.


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