Didaktische und methodische Hinweise zum Verlauf
| Benötigtes Material für diese Kurseinheit: |
| Overheadprojektor
1 Teebeutel
mehrere Liter Trinkwasser
Töpfe
Hagebutten (Teebeutel und lose Droge)
Eichenrinde
Becher und Tassen für die Teilnehmer |
Diaprojektor
1 Heilpflanze (z.B. Pfefferminze)
Kochplatte oder Tauchsieder
Teesiebe
Salbei (Teebeutel oder lose Droge)
Kräuterteemischung (Instanttee und lose Droge) |
| Einige der folgenden Pflanzenarten (je nach Saison auswählen): |
| Beinwell
Brombeere
Gänseblümchen
Salbei |
Schöllkraut
Stiel-Eiche
Zaubernuß |
| Die aufgeführten Gemüsesorten sind auch als Dia im Anhang des Onlinekurses zu finden |
Sowohl diese als auch die folgenden Seminareinheiten haben einen stärkeren praktischen Charakter. Dieser verlangt allerdings eine größere Vorbereitung von Seiten des Seminarleiters, der entsprechendes Kursmaterial für die praktischen Anteile schon im voraus besorgen muß.
Ziel dieser Seminareinheit ist es, den Teilnehmern die verschiedenen Möglichkeiten der Heilpflanzenzubereitung aufzuzeigen und anhand der Teezubereitung exemplarisch darzustellen.
Ab der 0. Minute
Der Seminarleiter stellt eine mitgebrachte Heilpflanze (praktischerweise eine Pflanze, die im Rahmen dieser Kurseinheit nochmals verwendet werden soll) vor, sowie einen handelsüblichen Teebeutel, wenn möglich schwarzer Tee. Anhand dieser didaktischen Hilfsmittel soll die Frage aufgeworfen werden, welche (anderen) Zubereitungsmethoden es für Heilpflanzen gibt und was es bei diesen Methoden zu beachten gibt.
Ab der 2. Minute
Die Heilpflanzenzubereitung kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Ein Großteil der möglichen Zubereitungsmethoden sollte den Seminarteilnehmern bekannt sein und von ihnen genannt werden können. Durch zusätzliche Impulse des Seminarleiters sollten auch die weniger bekannten Zubereitungsformen genannt werden können. Eventuell fehlende Möglichkeiten der Zubereitung sollten erst nachdem die Seminarteilnehmer ihr Wissen präsentieren konnten kurz referierend vorgestellt werden.
Im Anschluß an die Stoffsammlung sollten die verschiedenen Zubereitungsarten nochmals mit Hilfe eines Arbeitsblattes (zur Wissensfestigung) wiederholt und geg. kurz besprochen werden.
Ab der 15. Minute
Den Schwerpunkt dieser Seminareinheit bildet der Themenkomplex Tee.
Zur Einführung sollte der Seminarleiter nochmals auf den zu Beginn dieser Seminareinheit verwendeten Teebeutel eingehen und als Problem die Frage aufwerfen, wie man aus Heilpflanzen am besten einen Tee herstellt.
Für den theoretischen Hintergrund sollte (aus Zeitgründen) in eher referierender Form ein Überblick über Darreichungsformen, Einsatzzwecke und die einzelnen Stufen der Teeverarbeitung gegeben werden.
Im Anschluß an den theoretischen Hintergrund sollten anhand ausgewählter Beispiele verschiedene Teezubereitungsarten auch in der Praxis vorgestellt werden.
Dies kann, je nach Teilnehmerzahl, in der Form von Gruppenarbeit geschehen, bei großen Gruppen muß man ggf. auf eine Demonstrationsvorführung ausweichen.
Man benötig folgende Materialien
Zum Erhitzen von Wasser wäre eine elektrische Kochplatte besonders geeignet, als Alternative kann auch ein Tauchsieder verwendet werden. Wenn keine Möglichkeiten bestehen, an diese Geräte heranzukommen, kann zur Not erhitzes Wasser in Thermoskannen verwendet werden.
- Töpfe, Kannen sowie feinmaschige (Tee)Siebe.
Becher, Tassen u. ä. zum Verkosten der hergestellten Tees. Der Seminarleiter kann als Alternative auch die Teilnehmer in der vorherigen Kurseinheit bitten, eigene Tassen o. ä. für diesen Kurs mitzubringen.
- Verschiedene Heilpflanzendrogen:
|
Der Seminarleiter muß, je nach Gruppengröße und anderen äußeren Umständen entscheiden, ob er jeden Teilnehmer, jede Gruppe oder zur Demonstration einmalig für alle Teilnehmer jede Zubereitungsart durchführen läßt.
Folgende Zubereitungsbeispiele sollten durchgeführt werden:
Kaltauszug:
Das klassische Beispiel für einen Kaltauszug ist der Hagebuttenauszug. Viele Kursteilnehmer wissen sicherlich nicht, daß die effektivste Zubereitungsmethode von Hagebutten nicht der normale Aufguß, sondern der Kaltauszug ist.
Dazu sollte zum einen ein Kaltauszug aus losen, getrockneten Hagebutten zum anderen aus normalem Hagebuttentee (in Beuteln) hergestellt werden. Dazu werden die Drogen jeweils mit kaltem Wasser übergossen und ca. 30 Min stehengelassen. Diese Zubereitung sollte also zu Beginn des Praxisabschnittes durchgeführt werden.
Es lösen sich im Kaltauszug viel mehr Schleimstoffe, zudem wird das in den Hagebutten vorhandene Vitamin C nicht durch Erhitzen zerstört.
Nach ca. 30 Minuten kann die Droge abgeseiht werden. Die Seminarteilnehmer sollten die beiden Auszüge geschmacklich testen. Zudem sollten einige Tropfen zwischen den Fingern verrieben werden. Die gelösten Schleimstoffe werden dabei spürbar.
Abkochung:
Bei der Abkochung wird zerkleinerte Eichenrinde (eine kleine Handvoll auf einem Liter) bei möglichst geschlossenen Deckel ca. 15 Minuten gekocht und anschließend abgeseiht und abgekühlt. Der Eichenrindentee kann äußerlich bei juckenden, trockenen Hauterkrankungen (z.B. Bäckerekzeme) eingesetzt werden.
Aufguß:
Als Beispiele für den Aufguß sollten Salbei- und Hagebutten verwendet werden. Die beiden Drogen sind mit heißem Wasser zu übergießen, 5 Minuten ziehen zu lassen, dann abzuseihen. Es sollte ein Geschmacksvergleich zwischen dem Aufguß- Hagebuttentee und dem Kaltauszug-Hagebuttentee gemacht werden. Beim Salbei-Tee soll auf die adstringierende (zusammenziehende) Wirkung im Mund- und Rachenraum geachtet werden. Im weiteren Verlauf dieser Seminareinheit kann bei der Vorstellung der Wirkstoffklasse der Gerbstoffe dieser Effekt nochmals besprochen werden.
Instantee:
Ein beliebiger Instant-Kräutertee ist nach Packungsvorschrift herzustellen. Eine Drogenmischung mit gleichen Inhaltsstoffen sollte parallel dazu, wie unter Aufguß beschrieben, hergestellt werden (1 Teelöffel der Drogenmischung pro Tasse, ca. 8 Minuten ziehen lassen). Beide Tees sind zu verkosten und geschmacklich zu beurteilen. Inhaltlich haben die Tees die selben Inhaltsstoffe und sind somit von ihrer Heilwirkung annähernd gleich.
Ab der 57. Minute
Nachdem der Praxisblock abgeschlossen ist, sollte den Teilnehmern noch ein Informationsblatt über die richtige Verabreichung von Tees gegeben werden. Die einzelnen Punkte sollten im Plenum durchgegangen werden, um eventuelle Fragen direkt klären zu können.
Zum Abschluß des Seminars soll wiederum auf die Behandlungsmöglichkeiten von Haut-/Schleimhautkrankungen durch Heilpflanzen eingegangen werden. Auch hier wäre es sinnvoll, verschiedene Pflanzenexemplare durch die Reihen der Teilnehmer gehen zu lassen. Die zu behandelnde Wirkstoffklasse der Gerbstoffe soll nur dozierend angerissen werden.
[... nach oben]
|