Didaktische und methodische Hinweise zum Verlauf
| Benötigtes Material für diese Kurseinheit: |
| Overheadprojektor
Salben (Nivea, Vaseline, etc.)
Majorankraut (6 TL/Arbeitsgruppe (AG))
Vaseline (6 TL/AG)
1 Wasserbad (z.B. gr. Topf)
Leinentuch (1/AG)
Senfmehl (2 EL/AG)
1 Tuch/AG
1 Wollsocke/AG
150 ml Pflanzenöl
13 ml Melissenöl
4 ml Fenchelöl
1 Glasbecher
1 Tropfpipette |
Diaprojektor
Badezusätze (z.B. Schauma, Fa, etc.)
90%igen Alkohol (6 TL/AG)
1 kl. Topf
Löffel (1/AG)
1 Schale od. Becher/AG
1 Taschentuch
1 Sprühpistole
1 Feuchtigkeitscreme (z.B. Nivea)
13 ml Lavendelöl
3 ml Baldrianöl
20 ml Emulgator
1 Rührgerät |
| Einige der folgenden Pflanzenarten (je nach Saison auswählen): |
| Acker-Schachtelhalm
Efeu
Fenchel
Königskerze |
Spitz-Wegerich
Thymian
Wilde Malve |
| Die aufgeführten Gemüsesorten sind auch als Dia im Anhang des Onlinekurses zu finden |
Diese Kurseinheit hat eine starke praktische Gewichtung. Der Schwerpunkt im ersten Teil der Seminareinheit liegt auf der Durchführung einfacher Heilpflanzenzubereitungen. Sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die praktische Durchführung sollten den Seminarteilnehmern vorgestellt werden.
Aus diesem Grund wird vom Seminarleiter eine größere Organisationsleistung in der Vorbereitung erwartet, während er im Verlauf dieser Seminareinheit eher moderierende Funktionen übernimmt.
Ab der 0. Minute
Nach einer kurzen Einführung, der Seminarleiter stellt kommentarlos verschiedene Salben (z. B. Nivea, Vaseline) und Badezusätze (div. Marken) vor, sollen die Teilnehmer das Thema der folgenden Seminareinheit mutmaßen. Daran anschließend sollte sofort auf den ersten Seminarblock, Salben auf Heilpflanzenbasis, übergeschwenkt werden.
Ab der 2. Minute
Den Seminarteilnehmern sollte eine kurze Einführung darüber gegeben werden, was es bei der Herstellung von Salben zu beachten gibt. Unter Einsatz der vorbereiteten Folie sollten die wichtigsten Merkmale und Hinweise skizziert werden.
Die Herstellung von Salben mit Heilpflanzenextrakten ist leichter als man denkt.
Salben bestehen in erster Linie aus aus einem Salbengrundstoff. Dabei kann es sich um ein beliebiges Fett handeln. Am besten geeignet ist reines Schmalz oder noch besser Vaseline.
Will man statt Salbe lieber eine Creme herstellen, verwendet man als Grundstoff einfach eine Emulsion (bestehend aus Wasser, Öl und einem Emulgator).
Neben dem Salbengrundstoff wird noch die eigentliche Heilpflanzen-Droge verwendet. Die Wirkstoffe der Heilpflanzen werden entweder vorher mit Alkohol aus den Drogen herausgelöst oder direkt in den Salbengrundstoff gegeben (genaueres: siehe Kurseinheit Aromatherapie).
Das weitere Vorgehen ist vom Salbengrundstoff und den verwendeten Heilpflanzen-Extrakten abhängig. In der Regel wird das Gemisch kurz erhitzt und dann in entsprechende Behältnisse abgefüllt.
Ab der 7. Minute
Im Anschluß an die theoretische Einführung in das Thema Salben sollen die Seminarteilnehmer selber eine Salbe herstellen.
In Abhängigkeit von der Teilnehmerzahl, den Seminarräumen und deren Ausstattung ist die Gruppenstärke festzulegen. Es sollte versucht werden, jeden Teilnehmer bei der praktischen Umsetzung zu involvieren.
Benötigt werden pro Gruppe:
6 Teelöffel Majorankraut
6 Teelöffel Alkohol (90 Vol. %)
6 Teelöffel Vaseline
1 kleiner Topf
1 Wasserbad (großer Topf o.ä.)
1 Löffel
1 Leinentuch
1 Schale/Plastikbecher |
Das Majorankraut muß einige Stunden vor Kursbeginn in Alkohol eingelegt werden. Im Anschluß an den praktischen Exkurs kann den Teilnehmern ein Informationsblatt mit weiteren Rezepturen ausgehändigt werden.
Ab der 24. Minute
Umschläge (Wickel und Kompressen) können in Verbindung mit Heilpflanzenpräparaten ein wichtiges Hilfsmittel zur Selbstmedikation leichterer Erkrankungen sein.
Pflanzliche Inhaltsstoffe wirken dabei von außen auf die Erkrankung ein.
Den Seminarteilnehmern sollte erst eine kurze Einführung über den richtigen Aufbau von Wickeln und einigen wichtigen Zusammenhängen gegeben werden.
Jeder Wickel besteht aus mindestens zwei Tüchern: dem mit dem Heilpflanzenauszug versehenen Innentuch und einem umhüllenden Wolltuch. Der genaue Aufbau sollte den Teilnehmern mit Hilfe der Folie erklärt werden.
Ab der 29. Minute
Auch in dem Seminarabschnitt Umschläge sollte ein praktischer Exkurs folgen.
Ein typisches Beispiel für einen Wickel auf Heilpflanzenbasis ist ein Fußwickel mit Senföl. Bei der Verwendung dieser Heilpflanzen-Droge ist eine rasch eintretende Brennwirkung festzustellen, so daß jeder Teilnehmer einen Direkt-Effekt spüren kann.
Auch hier gelten die selben organisatorischen Vorraussetzungen wie für den Kursabschnitt Salben.
Der Fußwickel mit Senfmehl ist geeignet bei beginnender Erkältung und Schnupfen.
Benötigt werden pro Gruppe:
2 Eßlöffel frisch gemahlenes Senfmehl
1 Taschentuch
1 Eßlöffel
1 größeres, dünnes Tuch
1 Sprühpistole mit lauwarmen Wasser
1 Wollsocken (optional)
1 Töpfchen Feuchtigkeitscreme (z.B. Nivea) |
Die Teilnehmer sollten laut ausgeteiltem Arbeitsblatt vorgehen und den Wickel in Gruppenarbeit zusammenbauen. Das Senfmehl sollte vor Kursbeginn frisch gemahlen werden. Wird das Brennen für einige Teilnehmer zu intensiv, kann der behandelte Fußabschnitt mit kaltem Wasser und einer Feuchtigkeitscreme wieder "brennfrei" gemacht werden.
Die Verwendung von Wollsocken ist optional, sie hat nur im Krankheitsfall therapeutische Bedeutung.
Im Anschluß an diesen Praxisteil sollten die Teilnehmer ein Informationsblatt mit weiteren Rezepturen für Wickel- anwendungen erhalten.
Ab der 41. Minute
Auch durch Bäder können die Wirkstoffe der Heilpflanzen auf den Menschen angewendet werden.
Bei einem Bad quillt die Haut mit Wasser auf und wird dadurch besonders aufnahmefähig. Die Wirkstoffe der Heilpflanzen können leichter in den Körper eindringen und ihre heilende Kraft entfalten. Bei den hier verwendeten Wirkstoffen aus den Heilpflanzen handelt es sich häufig um ätherische Öle. Sie wirken direkt über die Haut, stimulieren den Geruchssinn und wirken auf die Atmung ein. Genaueres dazu in einer anderen Kurseinheit.
Auch zu Beginn dieses Kursabschnittes sollten einige grundlegende Informationen über Bäder mit Heilpflanzen- Badeessenzen gegeben werden.
Zu erwähnen ist an dieser Stelle, daß Bäder mit Heilpflanzen- Essenzen nicht frei von Nebenwirkungen sind. Allergieanfällige Personen sollten, bevor sie ein Bad mit diesen Essenzen nehmen, vorher überprüfen, ob Dosierung und Wirkstoff verträglich sind.
Schwangere sollten beispielsweise unter keinen Umständen ein Salbeibad nehmen, da dies wehenartigen Krämpfe verursachen kann. Auch sollte bei hohem Fieber auf ein Bad mit den Heilpflanzen-Essenzen, wegen der zu hohen Kreislaufbelastung, verzichtet werden.
Mit Hilfe der Folie können die wichtigsten Hinweise und Tips im Umgang mit Heilpflanzen-Badeessenzen gegeben werden.
Ab der 46. Minute
Es folgt wieder ein kurzer Praxisblock. Es obliegt an dieser Stelle dem Seminarleiter, ob er die Herstellung einer Heilpflanzen- Badeessenz als Demonstrationsversuch oder in Gruppenarbeit durchführt. Aus methodischen Gründen erscheint ein Demonstrationsversuch sinnvoller. Schwierig gestaltet sich die Verwendung von selbst hergestellten Badeessenzen aus Heilpflanzen. Es ist daher den Seminarteilnehmern anzuraten, auf käufliche Badeessenzen auszuweichen oder zumindest auf verschiedene, bereits hergestellte ätherische Öle zurück- zugreifen. Zudem benötigt man für die meisten Badeessenzen, die man selber herstellen möchte einen Emulgator. Ein passender Emulgator ist in den meisten Apotheken erhältlich, zudem verkaufen einige "Natur-Hobby-Läden" (z. B. die Spinnrad-Kette) fertige Emulgatoren, dort als Lösungsvermittler bezeichnet. Wer dennoch nicht auf Heilpflanzen-Badeessenzen aus kompletter Eigenproduktion verzichten möchte, der muß auf weiterführende Literatur verwiesen werden. Dem Seminar- teilnehmer sollte deutlich gemacht werden, daß es sich dabei um ein kostenreiches und langwieriges Unterfangen handelt.
Als Beispiel soll die Herstellung einer Heilpflanzen-Badeessenz zur Beruhigung dienen.
Benötigt werden dazu:
150 ml Pflanzenöl
13 ml Lavendelöl
13 ml Melissenöl
3 ml Baldrianöl
4 ml Fenchelöl
20 ml Emulgator
1 Glasbecher
1 Rührer (z.B. Glasstab, Teelöffel, etc.)
1 Tropfpipette |
Im Anschluß kann den Teilnehmern wieder eine kleine Zusammenstellung verschiedener Badeessenz-Rezepturen als Informationblatt mitgegeben werden.
Ab der 60. Minute
Zum Abschluß des Seminars sollen die Behandlungs- möglichkeiten von Atemwegserkrankungen durch Heilpflanzen eingegangen werden. Auch hier sollten einige Pflanzen exemplarisch durch die Reihen der Teilnehmer gehen.
Die vorzustellende Stoffklasse der Schleimstoffe und Saponine sollte vortragsmäßig angerissen werden, ohne auf komplizierte chemische oder physiologische Zusammenhänge einzugehen.
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