Bad Heilbrunner   Forschungsstelle für Gesundheitserziehung Bad Heilbrunner Gesundheitsdatenbank Ihre Servicedatenbank zu den Themenbereichen Selbstmedikation, Heilpflanzen, Gesundheit und Umwelt!
» Startseite   » Rund um die Heilpflanze   » 5. Seminareinheit - Sachinformationen

Sachinformationen


Husten, Kop- und Bauchweh

Bei vielen indifferenten Beschwerden, wie Bauch-, Hals- oder Kopfweh können Anwendungen wie Wickel, Kompressen und Packungen rasch Linderung verschaffen. Bei warmen Wickeln oder Packungen wird die Wirkung der pflanzlichen Inhaltsstoffe durch die Wärmewirkung ergänzt. Der Wärmereiz fördert die Durchblutung der Haut und verbessert die Aufnahme der Wirkstoffe.
Kalte Kompressen hingegen verengen die Blutgefäße und wirken entspannend bei starkem Druckgefühl, wie es bei Kopfschmerz häufig der Fall sein kann.

Umschlag:
(Wickel, Kompresse)

WickelEin Leinen- oder Baumwolltuch wird in einem heißen Drogenauszug (Wickel, Kompresse) (siehe Zubereitungen von Tee) getränkt und kräftig ausgewrungen. Je trockener desto verträglicher ist der heiße Wickel auf der Haut. Man legt das Tuch so heiß wie es ertragen werden kann auf die zu behandelnde Stelle (Brust, Bauch, Glieder, Hals) und wickelt ein Wolltuch fest darüber, um eine lange Wirkstoff- und Wärmeeinwirkung zu erzielen. Der Wickel kann eine halbe bis mehrere Stunden liegen bleiben. (Patienten warm halten).

Packung:

Zur Herstellung einer Packung wird aus der gemahlenen Droge, z.B. Samen (Lein- samen, Senfsamen) mit wenig Wasser ein dicker Brei angerührt. Man trägt ihn auf ein Tuch (nicht größer als die zu behandelnde Stelle) auf und deckt mit einem Wolltuch fest ab. Bei stark hautreizenden Drogen wie Senfmehl darf die Packung nur einige Minuten aufliegen, bei reizarmen Drogen, solange sie warm bleibt.

Kalte Kompresse:

Ein Tuch wird in einem kalten Drogenauszug getränkt, ausgedrückt und auf die schmer- zende Stelle aufgelegt. Ist das Tuch warm geworden, sollte die Kompresse erneuert werden.

Einreibung:

Zum Einreiben wird eine Tinktur, Medizinal- wein oder Salbe in die Haut einmassiert.

Salbe:

SalbeDie Droge läßt man in 90%-igem Alkohol für mehrere Stunden zugedeckt ziehen und seiht ab. In diesem alkoholischen Auszug schmilzt man Vaseline oder ein anderes Fett (reines Schmalz) unter vorsichtigem Erwärmen im Wasserbad und preßt die Salbe durch ein Tuch.

Bäder:

BadewanneBäder mit Heilpflanzen-Badeessenzen wirken direkt über die Haut und über den Geruchs- sinn stimulierend auf das Gehirn und auch auf die Atemwege ein. Bei den Badeessenzen handelt es sich häufig um ätherische Öle, die als Emulsion in genauer Dosierung in das Badewasser gegeben werden.

Krankheitssymptome- und Ursachen

Akute oder chronische Störungen zeigen sich in Form charakteristischer Syptome. Die Symptome selbst sind keine Krankheit. Ihre Behandlung kann eine Linderung bringen, ohne Bekämpfung der sie hervorrufenden Ursachen ist allerdings kein Heilprozeß möglich. Manche Befindlichkeitsstörungen können verschiedene Ursachen haben. Erst wenn man diese richtig diagnostiziert hat, ist es möglich, sie mit entsprechenden Wirkstoffen gezielt zu behandeln.
Am Beispiel Atemwegserkrankungen, deren charakteristisches Symptom verallgemeinernd als Husten bezeichnet wird, sei dies demonstriert. Denn Husten ist nicht gleich Husten. Sind z.B. Rachen oder Kehlkopf entzündet, stellt sich ein quälender Reizhusten ein.
LungeSind die Bronchien entzündet und bilden einen zähen, dickflüssigen Schleim, äußert sich dies in anstrengenden Hustenanfällen, da sich der zähe Schleim schwer abhusten läßt.
Mancher Husten ist trocken und hart, mangels Schleimbildung in den Atemwegen, die Schleimhäute sind entzündet und wund, jeder Hustenanfall ist sehr schmerzhaft.
Oft entwickelt sich auch ein Husten aus einer Kombination verschiedener Ursachen. Zur Behandlung von Atemwegs- erkrankungen eignen sich Heilpflanzen mit breitem Wirkspektrum, in denen einzelne Wirkstoffe in optimaler Zusammensetzung vorliegen, oder Heilpflanzenmischungen, wobei die einzelnen Pflanzen entsprechend wirksame Inhaltsstoffe in erforderlicher Konzentration beinhalten. Die Wirkungen der heilenden Stoffe ergänzen sich, sie wirken synergistisch.
Solche Hustenmischungen enthalten:

  • Pflanzen mit hohem Gehalt an ätherischen Ölen, die die Atemwege als Antiseptica (keimtötende Mittel) desinfizieren und sie gleichzeitig als Spasmolytica (entkrampfende Mittel) beruhigen und entspannen. Typische Beispiele für solche Heilpflanzen sind Thymian, Fenchel, Anis oder Eukalyptus.

  • Pflanzen mit Schleimstoffen, Mucilaginosa (Schleimmittel), die die entzündeten Schleimhäute schützend überziehen und den Reiz lindern. Typische Beispiele für solche Heilpflanzen sind Eibisch oder Isländisch Moos.

  • Pflanzen mit Saponinen, die den zähen Schleim verflüssigen, so daß er besser abgehustet, expectoriert, werden kann. Typische Beispiele für solche Heilpflanzen sind. Efeu oder Königskerze.

Wirkstoffgruppen

Schleimstoffe

Pflanzliche Schleimstoffe findet man in den Membranen und Vakuolen der Zellen. Sie quellen in Verbindung mit Wasser rasch auf und bilden eine mehr oder weniger stark viskose Flüssigkeit. Diese überzieht entzündetes, krankes Gewebe, z.B. die Schleimhäute und stellt eine effektiven Schutz vor einem weiteren Eindringen von infektauslösenden Erregern dar. Schleimstoffe wirken oberflächenaktiv, sie werden vom Gewebe nicht absorbiert.
Sie neutralisieren Säure, finden Einsatz z.B. bei Übersäuerung des Magens.
Schleimstoffe leiten sich chemisch von Kohlenhydraten ab. Es sind hochpolymere Verbindungen aus verschiedenen Zuckermolekülen (Mannose, Glucose, Galaktose, Xylose, Rhamnose u.a.) oder verwandten Stoffen (Galaktorunsäure, Glucuronsäure u.a.)
(Einigen sehr komplex aufgebauten Pflanzenschleimen wird seit einigen Jahren eine, das Immunsystem anregende und stabilisierende Wirkung zugeschrieben. Die Abwehr von Infekten erfolgt dabei unspezifisch. In manchen Fällen konnte sogar ein positiver Einfluß bei der Behandlung von Tumoren nachgewiesen werden, wobei allerdings der Wirkmechanismus noch nicht aufgeklärt werden konnte. Pflanzen, die solche Pflanzenschleime liefern sind: Arnika, Ringelblume, Kamille, Eibisch und Sonnenhut. Sie finden Anwendung zur unterstützenden Behandlung von leichten bis schweren Infektionskrankheiten, bei chronischer Immunschwäche, sowie in der Tumorbekämpfung.)

Saponine

Der Name dieser Verbindungen leitet sich von sapo = Seife ab.
Saponine bilden in Verbindung mit Wasser einen haltbaren Schaum. Sie werden vom Körper nicht absorbiert. Ihre Eigenschaft besteht darin, daß sie andere Wirkstoffe fein verteilen, feste Stoffe dispergieren, flüssige emulgieren und mit gasförmigen Stoffen aufschäumen. Auf diese Weise wird eine verbesserte Resorption der Stoffe durch die Haut ermöglicht. Sie wirken reizend auf Schleimhäute und regen die Drüsensekretion an. Chemisch sind Saponine Glykoside, z.B. zuckerhaltige Triterpene, Steroidsapogenine oder Steroidalkaloide.


nach oben [... nach oben]


» Links   » Lesezeichen   » Impressum   » Disclaimer/Haftungsausschluss