Didaktische und methodische Hinweise zum Verlauf
| Benötigtes Material für diese Kurseinheit: |
| Overheadprojektor
Bücher (2/Arbeitsgruppe(AG))
Zeitungen (etwa 6/AG)
Klebestreifen |
Diaprojektor
Klarsichtfolien (2/AG)
DIN A4 Blätter (1/AG)
frische Pflanzen (mind. 1/AG) |
| Einige der folgenden Pflanzenarten (je nach Saison auswählen): |
| Beifuß
Faulbaum
Heidelbeere
Kümmel |
Liebstöckel
Pfefferminze
Schafgarbe |
| Die aufgeführten Gemüsesorten sind auch als Dia im Anhang des Onlinekurses zu finden |
Diese Kurseinheit wurde vorwiegend dazu konzipiert, den Seminarteilnehmern Möglichkeiten an die Hand zu geben, selbständig Heilpflanzen zu sammeln oder zu züchten.
Ab der 0. Minute
Zur Einführung in das Thema dieser Kurseinheit kann der Seminarleiter entweder eine beliebige Pflanze den Seminarteilnehmern vorstellen oder als Alternative ein Dia einer beliebigen Pflanze (sinnvoll wäre es hier, eine Pflanze zu nehmen, deren Monographie zu einem späteren Abschnitt dieses Kurses vorgestellt wird) zu zeigen.
Es soll mit Hilfe dieser Pflanze die Frage aufgeworfen werden, ob es sich bei dem vorgestellten Exemplar um eine Heilpflanze handelt oder nicht. Den Seminarteilnehmern soll verdeutlicht werden, daß das Erkennen von Heilpflanzen eine zentrale Rolle bzw. Voraussetzung bei der Eigenherstellung von Heilpflanzen-Drogen spielt.
Ab der 2. Minute
Im ersten Teil dieser Kurseinheit sollen einige Strukturierungs- merkmale vorgestellt werden, die das Erkennen von Heilpflanzen erleichtern.
Exemplarisch soll als Strukturierungsmerkmal die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Pflanzenfamilie in dieser Kurseinheit vorgestellt werden.
Anhand einer Folie sollen solche Pflanzenfamilien (und deren charakteristischen anatomischen Merkmale) vorgestellt werden, die reich an verschiedenen Heilpflanzenarten sind. Ausnahme: Obwohl die Familie der Nachtschattengewächse viele Heilpflanzen enthält, diese aber nur im geringen Maße zur Selbst- medikation geeignet sind, wird diese Familie im weiteren aus den Betrachtungen ausgeklammert.
Zur Übung sollten die Seminarteilnehmer nach der Präsentation der verschiedenen Heilpflanzenfamilien weitere Pflanzenarten nennen, die sie diesen Familien zuordnen würden. Bestehen Unsicherheiten über die Richtigkeit der geäußerten Vermutung, sollte mit Hilfe eines Standardwerkes der Botanik die geäußerte Vermutung überprüft werden (geeignete Literatur: siehe Folie mit Literaturhinweisen). Ein weiteres Übungselement zur Bestimmung der Pflanzenfamilie kann leicht durch die Verwendung alter Dias aus vorangegangenen Kurseinheiten geschaffen werden. Die den Seminarteilnehmern bereits bekannten Heilpflanzen sollen jetzt den verschiedenen Pflanzenfamilien zugeordnet werden.
Zum Abschluß des Seminarabschnittes kann den Seminarteilnehmern eine Liste mit Bestimmungs- und Informationsbüchern zur Bestimmung von Heilpflanzen vorgestellt werden. Es sollte den Teilnehmern verdeutlicht werden, daß wenn man selber Heilpflanzen sammeln will, man zur Sicherheit immer auf ein kompetentes Buch mit Bestimmungshilfen und weiteren Informationen zurückgreifen sollte. Der größte Teil der Bestimmungsbücher ist recht preiswert und lohnt den Kauf auch wegen der enthaltenen zusätzlichen Informationen.
Ab der 19. Minute
Ein weitere Möglichkeit, die Kenntnisse von Heilpflanzen zu erweitern und zu festigen ist die Erstellung eines Herbariums. Bei einem Herbarium handelt es sich um eine Mappe mit Einlagebögen, die gepresste Pflanzen und Basis- informationen zu diesen Pflanzen enthält.
Ein Herbarium kann die Mappe mit den Pflanzen- monographien (die in jeder Kurseinheit ausgegeben werden) erweitern. Zudem ist ein Herbarium ein ausgezeichnetes Nachschlagewerk, wenn es darum geht, Heilpflanzen zu sammeln oder Informationen über bestimmte Heilpflanzen zu erhalten.
Zu Beginn dieses Seminarabschnittes sollte der Seminarleiter den Teilnehmern die vorbereiteten Informationsblätter austeilen.
Die Informationsblätter sollten kurz gemeinsam durchgesprochen werden, danach sollte in Kleingruppen (wenn möglich in Partnerarbeit) exemplarisch eine Pflanze so präpariert werden, daß sie getrocknet werden kann.
Jede Gruppe benötigt:
2 Bücher
2 Klarsichtfolien
1 Stück Zeitung (ca. 6 Seiten)
frisches Pflanzenmaterial (beliebige Pflanzen aus Gärtnereien o.ä.)
1 DIN A4 Blatt
einige Streifen Tesafilm |
Die einzelnen Gruppen sollten die ersten Schritte zur Trocknung einer Pflanze möglichst selbständig durchführen (leichte Unterstützung des Seminarleiters sollte erst erfolgen, wenn eine Gruppe nicht weiter weiß oder sich sehr unsicher ist).
Nachdem das Pressen simuliert wurde, soll versucht werden (die selbstverständlich noch nicht getrocknete) Pflanze aufzukleben.
Im Anschluß sind die vorbereiteten Informationsblätter als Blankovorlagen zur Vervielfältigung auszuteilen. Hier können die Teilnehmer weitere Pflanzen einfügen und entsprechende Kommentare vornehmen.
Ab der 40. Minute
Will man nicht auf frische Heilkräuter verzichten, aber nicht selber sammeln, lautet die Alternative: Heilkräuter selber anbauen. Der Vorteil: Man kann in recht kurzer Zeit mit relativ geringem finanziellen und zeitlichen Aufwand ein reichhaltiges Sortiment der gewünschten Heilpflanzen erhalten.
Die folgenden Seminarabschnitte befassen sich mit dem Anbau von Heilpflanzen auf Fensterbank/Balkon und im Kräutergarten.
Um weiteres Hintergrundwissen zu liefern, werden die verschiedenen Möglichkeiten der Heilpflanzenanzucht näher beschrieben.
a) Heilpflanzenzucht auf Fensterbank und Balkon
Fast jede Fensterbank und jeder Balkon eignet sich zur Anzucht von Heilpflanzen.
Der Seminarleiter sollte mit den Teilnehmern anhand der Folie die verschiedenen Hinweise und Tips zur Anzucht von Heilpflanzen auf Fensterbank und Balkon durchgehen.
Optional:
Zur besseren Veranschaulichung wäre es empfehlenswert, wenn der Seminarleiter exemplarisch das Anziehen von Heilpflanzen vorstellen würde. Dies kann paralle?l zur Präsentation der Folie geschehen.
Der Seminarleiter müßte in diesem Fall Heilpflanzen schon vorher anzüchten, um sie im Seminar umtopfen zu können. Besonders interessant für Seminarteilnehmer: wieviele Samen sollen in einen Blumentopf eingepflanzt werden und wie ist der optimale Feuchtigkeitsgehalt für die Samen (Teilnehmer die Blumenerde fühlen lassen).
b) Heilpflanzenzucht im Kräuter- und Heilpflanzengarten
Auch der Anbau von Heilpflanzen im Garten ist lohnenswert. Gerade von der Kombination aus Küchenkräuter- und Heilpflanzengarten, wie er schon im Mittelalter üblich war, kann sowohl die Hausapotheke als auch der Vorrat an Kräutern (frisch und getrocknet) profitieren. Zudem verbindet ein gut geplanter Heilpflanzen- und Kräutergarten auf besondere Weise Nützlichkeit und Schönheit, da viele dieser Pflanzen durch imposante und wohlriechende Blüten auffallen.
Wer sich einen kleinen Kräutergarten anlegen will und etwas mehr als nur Petersilie und Schnittlauch haben möchte, kann sich ohne große Mühe und Vorkenntnisse Kräuterecken, -beete oder ganze -gärten gestalten.
Einige wichtige Tips, damit der Heilpflanzen-Garten so wird, wie man es es sich vorstellt, sollten anhand der vorbereiteten Folie vorgestellt werden.
Anmerkungen: Da viele Heil- und Gewürzpflanzen ursprünglich aus einem trockenen, warmen Klima kommen, sollten schattenarme, warme Orte als Anzuchtsflächen für die Heilpflanzen gewählt werden. Zudem kann es passieren, daß sich verschiedene Heilpflanzenarten in unmittelbarer Nachbarschaft nicht vertragen (z. B. Wermut und Petersilie). Bei schlechtem Wuchs o. ä. sollten die betroffenen Pflanzen einfach gegen andere Arten ausgetauscht werden.
Nicht alle Heilpflanzenarten sind im gleichen Maße für den Heilpflanzen-Garten geeignet. Es gibt frostempfindliche, krankheitsanfällige, u. a. Arten mit wieder anderen Anfälligkeiten, die für die eigene Anzucht nicht geeignet sind.
Auf dem dafür vorgesehenen Informationsblatt sind die wichtigsten Pflanzen aufgeführt, die sich für die Anzucht auf Balkon, Fensterbank oder im Garten besonders gut eignen.
Das Informationblatt braucht nicht im Einzelnen besprochen zu werden, es sollte den Seminarteilnehmern in erster Linie als Hintergrundmaterial dienen, um im konkreten Fall Hilfestellung bei der Zusammenstellung der anzuzüchtenden Heilpflanzenarten zu leisten.
Ab der 54. Minute
Zum Abschluß dieses Seminarabschnittes sollen mit Hilfe des Arbeitsblattes einige wichtige Aussagen der letzten Viertelstunde wiederholt werden. Das zu bearbeitende Silbenrätsel sollte direkt, nachdem es von den Seminar- teilnehmern ausgefüllt wurde, im Plenum besprochen werden.
Ab der 60. Minute
In der letzten Phase des Seminars soll auf die Behandlungs- möglichkeiten von Magenbeschwerden durch Heilpflanzen eingegangen werden. Auch hier wäre es sinnvoll, verschiedene Pflanzenexemplare durch die Reihen der Teilnehmer gehen zu lassen.
Die zu behandelnden Wirkstoffklassen der Scharf- und Bitterstoffe soll dabei vortragsmäßig nur angerissen werden.
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